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Ärger vermeiden

Halloween ist kein rechtsfreier Raum

Am letzten Abend im Oktober ist es wieder soweit: Mottopartys allerorten und gruselig maskierte Kinder verlangen Süßigkeiten. Wer diese verweigert, muss mit Streichen rechnen. Wer haftet eigentlich, wenn solche Streiche zu Sachbeschädigungen ausarten? Kann eine Gruselmaske am Steuer Rechtsfolgen haben? Und darf man überhaupt an einem stillen Feiertag eine Party veranstalten?

Vor einigen Jahren schwappte der Halloween- Kult aus den USA zu uns und findet immer mehr Anhänger. Kinderstreiche und ausgelassene Partys sind mittlerweile auch in Deutschland in der letzten Oktobernacht üblich. Aber Halloween kann auch zum Ärgernis werden. Damit das nicht geschieht, haben die Rechtsexperten des Versicherers ARAG einige Tipps zusammengestellt. Außerdem beantwortet Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer von der ARAG die sechs wichtigsten Rechtsfragen rund um Halloween.

Eltern haften nicht immer

Wenn aus einem Halloween-Streich eine Sachbeschädigung wird, stimmt der Satz "Eltern haften für ihre Kinder" nur, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Dabei müssen Eltern ihre Sprösslinge je nach Alter nicht jede Minute beaufsichtigen. Wenn der Nachwuchs etwas ausfrisst, entscheiden immer die Einzelumstände, ob die Eltern zahlen müssen. Wenn Kinder zum Beispiel auf einem fremden Grundstück einen Schaden verursachen, trifft die Grundstückbesitzer unter Umständen eine Mitschuld, wenn der Zugang nicht gesichert war. Maßgebend ist auch, ob die Eltern ihre Kinder vor dem Betreten fremder Grundstücke gewarnt haben, und ob die Kinder früher schon derartige Spielplätze aufgesucht haben. Hier müssen die Eltern allerdings darlegen, dass sie ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind.

Auch Kinder können haftbar sein

Entscheidend sind auch die Fragen: Konnten die kleinen Übeltäter die Gefahr selbst erkennen und wie alt sind sie? Unter Umständen haftet das Kind selbst. In einem beispielhaften Fall hatte ein Neunjähriger eine Scheune in Brand gesteckt. Die Richter des Verwaltungsgerichts Koblenz entschieden, dass das Kind alt genug war, um beurteilen zu können, was ein brennender Strohhalm auslösen kann. Kinder, die das siebente Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind für einen Schaden, den sie anderen zufügen, nicht verantwortlich. Je älter und somit einsichtsfähiger ein Kind ist, desto eher haftet es selbst (VwG Koblenz, Az.: 2 K 2208/03).

Gruselmaske am Steuer

Ein richtiger Halloween-Fan begibt sich natürlich nur als Hexe, Zombie, Skelett oder Vampir kostümiert ins gruselige Treiben. Zudem darf auch das richtige Getränk nicht fehlen - Punsch, Bowle oder Bier feiern meistens mit. Daher raten ARAG Experten: Hände weg vom Steuer. Aber nicht nur das alkoholisierte Fahren kann den Versicherungsschutz kosten und Punkte in Flensburg einbringen - auch das Tragen von Gesichtsmasken kann den Unmut der Ordnungshüter erregen. Denn was auf der Gruselfete eben noch ein prämiertes Kostüm war, kann im Straßenverkehr eine Sicht- oder Hörbehinderung sein. Der Preis dafür lautet: Ein Zehn-Euro-Knöllchen. Führt die Maskierung gar zu einem Unfall, droht wegen grober Fahrlässigkeit sogar die Kürzung des Versicherungsschutzes.


 


 

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Tobias Klingelhöfer
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