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  • 28.05.2018, 10:50 Uhr
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Ärztemangel

5G Labor in Düsseldorf: Kann eine neue Technologie den Ärztemangel bekämpfen?

In Deutschland herrscht Ärztemangel, insbesondere auf dem Land. Mit innovativen digitalen Lösungen soll dem nun entgegengewirkt werden. Doch die Entwicklung mancher Lösungsmodelle wird gebremst. Nun weckt das neue 5G Lab in Düsseldorf Hoffnungen.


Bildrechte: Flickr NEC-Medical-137 NEC Corporation of America CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Deutschland fehlen Ärzte. Zwar ist die Zahl der praktizierenden Ärzte im Jahr 2017 insgesamt angestiegen, doch darunter fallen auch Angestellte in bereits bestehenden Praxen, in Gemeinschaftspraxen oder in medizinischen Versorgungszentren. Die Zahl der niedergelassenen Ärzte hingegen ist zurückgegangen. Die klassische Einzelarztpraxis wird zum Auslaufmodell. Während Städte durch große Praxen und medizinische Zentren mit Ärzten teilweise überversorgt sind, fehlen auf dem Land Mediziner.

Doch nicht nur die Anzahl an Ärzten ist ein Problem, sondern auch die fehlenden Stunden. Egal, ob auf dem Land oder in der Stadt, Patienten müssen nicht nur im Wartezimmer lange Wartezeiten auf sich nehmen, sondern teilweise monatelang auf einen Termin bei Fachärzten warten. Online-Portale wie Doctolib haben diese Missstände erkannt und ermöglichen es, über ihre Website schnell freie Termine zu finden und direkt online zu vereinbaren - auch für Düsseldorf.

Um die erwähnten Mangel auszugleichen, wird auch die Politik aktiv. So möchte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Anzahl an Terminservicestellen ausbauen. Über diese haben Patienten die Möglichkeit, schnell einen Termin bei einem Facharzt in der Nähe ihres Wohnortes zu bekommen. Spahn verspricht, dass teilnehmende Ärzte auch finanziell davon profitieren werden.

Ersetzen bald Roboter Ärzte auf dem Land?

Die Digitalisierung spielt nicht nur bei der Terminfindung eine wichtige Rolle, sie soll auch dabei helfen, den Ärztemangel auf dem Land zu umgehen. Die Lösung soll das von Vodafone gestartete 5G Lab in Düsseldorf bringen. Die künftige Mobilfunktechnik 5G ist nach GSM, GPRS, UMTS und dem jetzigen LTS die fünfte Generation des Mobilfunks. Bei der Eröffnung des Testlabors Anfang Mai in Düsseldorf stellten Berater und Techniker verschiedene Anwendungen vor, die mithilfe von 5G umsetzbar wären.

So wäre es in Zukunft unter anderem möglich, dass sich Ärzte mithilfe von Robotern um Patienten in ländlichen Gebieten kümmern. Der zuständige Arzt steuert dann einen Roboter über viele Kilometer hinweg, um den Patienten zu untersuchen. Mit 5G werden die Signale innerhalb einer Tausendstelsekunde übertragen - der Arzt kann dem Roboter beispielsweise befehlen, beim Patienten ein EKG durchzuführen und das Ergebnis im Anschluss einwandfrei erkennen, da es per 5G ruckelfrei übertragen wird.

Telemedizin wird gebremst

Bis diese Technik erprobt ist, gibt es die Möglichkeit der Telemedizin, bei der Ärzte Patienten auch ohne vorherigen persönlichen Kontakt behandeln dürfen. Anfang Mai wurde auf dem Ärztetag in Erfurt beschlossen, dass Patienten für eine Behandlung ihren behandelnden Arzt direkt per Online-Chat, E-Mail, SMS oder Telefon kontaktieren können. Patienten können sich dadurch lange Wege und Wartezeiten sparen, Ärzte in der Stadt bleiben - und Patienten auf dem Land erhalten dennoch eine gemessene Behandlung.

Obwohl dieser Weg nur konsequent und logisch scheint, wird er ausgebremst. Die Bundesregierung möchte generell den Online-Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten verbieten, um klassische Apotheken zu schützen. Doch das erschwert die Telemedizin. Schließlich ist der Gang zur Apotheke für viele Menschen in Dörfern genauso mühsam wie das Aufsuchen einer Arztpraxis. Des Weiteren sind Videosprechstunden in finanzieller Hinsicht für Ärzte kaum rentabel, weshalb die meisten Kassenpatienten erst gar nicht die Möglichkeit bekommen, auf das Angebot der Telemedizin zurückzugreifen. Für Videosprechstunden benötigen die Mediziner außerdem aktuelle Technik, für die aber niemand Geld ausgeben möchte, wenn sich die Investition nicht rechnet.

(Redaktion)


 

 

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