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  • 08.12.2015, 15:10 Uhr
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Agrar

Umwelttechnik – Dünger für die Wirtschaft

Im März berichteten wir bereits über ein Joint Venture zwischen der Essener "Ferrostaal Industrial Projects GmbH" und dem dänischen "Haldor Topsoe A/S".

Unter dem Namen "Ferrostaal Topsoe Projects GmbH" kombinierten beide Unternehmen ihre Expertise in der Projektentwicklung, Katalysatoren- und Prozesstechnik und rüsteten sich damit für den besonders hart umkämpften Weltmarkt für Umwelttechnik. Außerdem konzentrieren sie sich besonders auf Raffiniere- und Petrochemietechnik für den äußert dynamischen Markt in den Schwellenländern.

Bereits wenige Monate nach dem Zusammenschluss kann Ferrostaal Topsoe Projects einen ersten großen Erfolg vorweisen. In Tansania wollen die beiden Partner eine riesige Düngemittelproduktionsanlage errichten und damit den Grundstein für einen autonomen und wachstumsstarken Agrarsektor des afrikanischen Landes legen. Bei diesem tansanischen Komplex handelt es sich um die bisher größte deutsche Investition in dem südostafrikanischen Staat. Bis 2020 soll die Produktionsstätte in Betrieb genommen werden und jährlich ein Volumen von 1,3 Milliarden Tonnen Düngemittel erzeugen. Damit würde Tansania auf einen Schlag zu einem der größten Düngemittelproduzenten auf dem afrikanischen Kontinent und könnte neben der eigenen Agrarwirtschaft auch die Nachbarländer mit Düngemittel beliefern. Neben der Versorgung durch Düngemittel werden in der Region bis 2020 zusätzlich auch 5.000 direkte oder indirekte Arbeitsplätze entstehen, womit ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung einhergehen dürfte.

Der grüne Daumen

Bisher kämpfte Tansania mit enormen Problemen im Landwirtschaftssektor. Einer der Hauptgründe dafür war neben trockenen Böden infolge von Dürren und dann wieder tropischen Regenfällen auch eine immer wieder auftretende Düngemittelknappheit. Schließlich muss der Staat bis heute ausländischen Dünger importieren, da nicht ausreichend viele Produktionsstätten im Land selbst vorhanden sind. Die daraus resultierende Düngemittelknappheit bedingt hohe Preise, die sich insbesondere die kleineren Bauern nicht leisten können.

In Tansania kommt der Landwirtschaft eine wichtige Rolle zu, doch nur vier bis fünf Prozent der Landoberfläche sind derzeit überhaupt für den Nahrungsmittelanbau nutzbar gemacht. Der Rest des Bodens eignet sich derzeit nicht für den Anbau entsprechender Pflanzen. Durch die neue Düngerproduktionsstätte könnte das Land fortan zumindest der Düngemittelknappheit einen Riegel vorschieben und die wenigen Agrarflächen noch effektiver nutzen. Generell ist Düngemittel ein entscheidender Faktor im Kampf gegen die weltweite Lebensmittelknappheit. Gedüngte Felder sind ertragreicher und widerstandsfähiger gegenüber Natureinwirkungen. Zusätzlich wird Dünger benötigt, um dem Boden einer permanent bewirtschafteten Fläche die nötigen Nährstoffe zuzuführen. Damit erfüllen Düngemittel vor allem in Schwellenländern eine wichtige Aufgabe und sichern somit die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbaren Nahrungsmitteln.

Nicht nur in Schwellenländern wie Tansania, sondern auch in den großen Industrienationen ist Düngemittel immer noch ein Erfolgsfaktor für die jeweiligen Agrarsektoren. Trotz einer Zunahme an Wetterextremlagen fahren die Landwirte der großen Industrienationen immer höhere Rekordernten ein. Grund dafür sind unter anderem Düngemittel, die den Pflanzen dabei helfen, starke Niederschläge und Hitzeperioden zu überstehen und trotzdem in einem normalen Tempo weiter zu wachsen. Zuletzt überraschte das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) mit erneuten Rekordprognosen. Besonders die Soja-, Getreide- und Maisernte erreichte in diesem Jahr neue Höchststände, wodurch die Preise für diese Rohstoffe kurzfristig herunterkorrigiert werden mussten. Ohne den Einsatz modernster Anbaumethoden und Düngemittel wären diese Rekorderträge jedoch nicht möglich gewesen.

Ferrostaal Industrial Projects ist ein internationaler Projektentwickler und EPC-Dienstleister für Industrieanlagen. Zu dem Portfolio des Unternehmens zählen neben Petrochemieprojekten auch Windenergie-, Recycling- und Beleuchtungslösungen in vielen Anwendungsgebieten. Durch Haldor Topsoe konnte dieses Angebot nun um Katalysatoren- und Prozesstechnik erweitert werden. Weltweit ist Ferrostaal in rund 40 Ländern vertreten und leistet mit seinen 2.700 Mitarbeitern maßgeschneiderte Projekte im Industrie- und Finanzierungssektor.

Bildrechte: Flickr MAP (struvite) fertilisation SuSanA Secretariat CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

(Redaktion)


 


 

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