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Halloween - Sechs Rechtsfragen zur gruseligsten Nacht des Jahres

Wie ursprünglich in Irland, dann in den USA, ist mittlerweile auch bei uns Halloween Anlass für ausgelassene Partys und Streiche beim Süßigkeiten-Sammeln. ARAG Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer beantwortet die wichtigsten Fragen zum gruseligen Vorabend des ersten Novembertages.

Wann dürfen Kinder an Halloween allein losziehen und Süßigkeiten sammeln?

Tobias Klingelhöfer rät Eltern ihre Kinder an Halloween möglichst lange zu begleiten. Grundsätzlich ist es die Sache der Eltern, wie lange ihre Kinder alleine unterwegs sind. Das Jugendschutzgesetz regelt jedoch den Aufenthalt an bestimmten Orten. So dürfen beispielsweise Jugendliche unter 14 Jahren nur bis 22 Uhr alleine in Jugendtreffs oder Vereinen bleiben. Sollten die Kinder alleine losziehen dürfen, so sollten klare Vereinbarungen getroffen werden. Ein Tipp für die Absprache mit dem Nachwuchs: Man darf bei 14-Jährigen durchaus erwähnen, dass sie zu Sozialstunden herangezogen werden können, wenn sie etwas beschädigen.

Wer haftet, wenn die Kinder mit ihren Streichen übers Ziel hinausschießen?

Leider eskalieren manche Streiche bis hin zur Sachbeschädigung. Der Satz "Eltern haften für ihre Kinder" stimmt aber nur, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Passiert dennoch etwas, wird in die Überlegung, wer haftet, das Alter der Kinder, deren Einsichtsfähigkeit und die Tatsache mit einbezogen, ob die Eltern sie "aufgeklärt" haben.

Welche Möglichkeiten haben Geschädigte?

Wenn Geschädigte einen Sprayer oder Eierwerfer auf frischer Tat erwischen, hätten diese zumindest gerne, dass er die Schweinerei wegmacht. In diesem Fall sollte man nach seinem Ausweis fragen. Weigert die Person sich, ihre Identität preiszugeben, dürfen die Geschädigten den Täter meist festhalten und die Polizei rufen. Es muss natürlich alles im Rahmen bleiben, ansonsten macht man sich der Nötigung, Körperverletzung oder Freiheitsberaubung strafbar.

Gruselige Kostüme sind erlaubt, aber Vorsicht im Straßenverkehr

Ein richtiger Halloween-Fan begibt sich doch nur als Hexe, Zombie, Skelett oder Vampir kostümiert ins gruselige Treiben. Problematisch sind Gesichtsmasken, denn was auf der Party schmückt, kann im Straßenverkehr eine Sicht- oder Hörbehinderung sein. Diese kann durch ein Zehn-Euro-Knöllchen geahndet werden. Kommt es zum Unfall, so besteht die Gefahr, dass dem kostümierten Fahrer eine Teilschuld zugewiesen wird. Unter Umständen verliert er sogar den Schutz seiner Kaskoversicherung, wenn ihm nachgewiesen werden kann, dass sein Kostüm Bewegungsfreiheit, Sicht oder Gehör getrübt hat.

Und wie sieht es mit Waffen aus?

Gummi-Dolche und Plastik-Äxte sind wohl kein Problem. Der Rechtsexperte rät allerdings von täuschend echt aussehenden Waffenimitaten und antiken Ausstellungsstücken ab. Wer beispielsweise mit einem ungeladenen Vorderlader unterwegs ist, riskiert eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, das das Führen von "Anscheinswaffen" verbietet.

Allerheiligen ist ein "stiller Feiertag".

Öffentliche Partys am Vorabend sind nicht verboten. Dieses hängt allerdings vom Bundesland ab. Bayern beispielsweise hat das strengste Feiertagsgesetz. Es verbietet an so genannten stillen Feiertagen öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen. Besonders pfiffig versuchte vor ein paar Jahren ein Verein dies zu umgehen, indem er zu einer "Versammlung" in eine Gastwirtschaft einlud. Neue Mitglieder waren willkommen. Das Ordnungsamt griff ein. Der Fall landete vor Gericht. Das Münchner Verwaltungsgericht rügte in seinem Urteil die Entscheidung der Behörde, weil diese zu einem Veranstaltungsverbot gegriffen hatte, statt dem verbotenen Halloween-Treiben mit milderen Mitteln beizukommen (VG München, Az.: M 18 K 08.5647). Da Allerheiligen aber nur in fünf Bundesländern gesetzlicher Feiertag ist, steht dem bunten Halloween-Treiben meist nichts entgegen.

(lifepr )


 


 

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