Weitere Artikel
ARAG-Experten

Das Hundeleben zwischen Hüttenregeln und Haftungsfällen

Die ARAG-Rechtsexperten berichten über Rechte und Pflichten von Hundehaltern - und zitieren Gerichtsurteile aus der Praxis.

Vierbeinern, die vorwiegend im Freien gehalten werden, muss ganzjährig eine Schutzhütte und ein witterungsgeschützter Liegeplatz mit wärmegedämmtem Boden zur Verfügung gestellt werden.

In einem konkreten Fall lebte ein Hundehalter seit Jahren in einem Pkw auf einer Raststätte. Seine beiden Tiere waren in der so genannten Punktanbindung den überwiegenden Teil des Tages am Fahrzeug angebunden. Sowohl das Veterinäramt als auch die Richter sahen hierin ein Vergehen gegen das Tierschutzgesetz. Zudem war auch die Anbindung nicht artgerecht. Diese sieht eine mindestens sechs Meter lange Leine vor, die eine Sicherung gegen das Aufdrehen hat. So kann sich die Leine durch die Bewegung der Tiere nicht so sehr verkürzen, dass sie sich verletzen oder gar strangulieren.

Eine Mieterin hatte die Erlaubnis, einen Hund in ihrer Mietwohnung zu halten. Ebenso hatte sie die Erlaubnis, den Garten des Mietshauses mit zu nutzen. Das Frauchen stellte daher im Gemeinschaftsgarten eine Hundehütte für ihren vierbeinigen Liebling auf. Das ging der Vermieterin und Eigentümerin des Grundstücks allerdings zu weit. Sie forderte das Frauchen auf, die Hütte wieder zu entfernen. Diese weigerte sich jedoch und der Fall landete vor Gericht. Zur Freude der Hundebesitzerin durfte die Hütte bleiben, denn diese gehörte nach Ansicht der Richter zur vertragsmäßigen Nutzung des Gartens.

Hundehütte im Gemeinschaftsgarten erlaubt

Eine Hundehütte, die lose auf den Gehweglatten des Gartens aufgestellt und nicht fest mit dem Erdreich verbunden ist, stellt keine bauliche Maßnahme dar. Vielmehr ist solch eine Hundehütte mit einem im Sommer aufgestellten Planschbecken oder Gartenmöbeln vergleichbar, deren Nutzung nicht zustimmungsbedürftig ist.

Ist der Hund für einige Tage in einer Hundepension untergebracht, bleibt die Haftung beim Hundehalter. So auch im folgenden Fall: Eine Border-Collie-Mischlingshündin biss die Betreiberin der Pension einfach in Ober- und Unterlippe. Diese verlangte daraufhin Schadensersatz vom Hundehalter.
Amts- und Landgerichtssrichter lehnten die Klage zunächst ab. Ihre Begründung: Wer eine Hundepension hat, kennt die Gefahr, gebissen zu werden und übernimmt freiwillig dieses Risiko. Zudem habe der Halter des Hundes keine Möglichkeit gehabt, Einfluss zu nehmen. Das sah die Betreiberin jedoch anders und klagte vor dem Bundesgerichtshof. Mit Erfolg.

Schadensersatz für Betreiberin einer Hundepension

Die obersten Richter waren der Ansicht, dass die Tierhalterhaftung grundsätzlich auch dann bestehe, wenn ein Tieraufseher im Rahmen seiner Aufsichtsführung durch das betreute Tier verletzt wird. Unerheblich für die Haftung war die Tatsache, dass der Hundehalter keine Einflussnahme auf das Tier hatte. 

Die Haftung bleibt nach Auskunft von ARAG Experten auch bei längerer Überlassung des Tieres an einen Dritten bestehen, wenn der Hundehalter weiterhin für die Kosten der Tierhaltung aufkommt, den allgemeinen Wert oder Nutzen des Tieres für sich in Anspruch nimmt und das Risiko seines Verlustes übernimmt. Die Professionalität der Pensionsbetreiberin könne nicht in Frage gestellt werden, denn auch ein Fachmann kann nicht jede typische Tiergefahr sofort erkennen, zumal er in der Regel die Eigenarten des Tieres nicht kennen kann.

(lifePR)


 


 

ARAG
Hunde
Hundehalter
Schutzhütte
Haustier
Hundehütte
Haftung
Einflussnahme
Hundepension
Border-Collie
Tierhalterhaftung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "ARAG" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: