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Auf dem Weg nach oben

Grey macht wieder Profit

Grey-Chef Dickjan Poppema lud zur ersten Jahrespressekonferenz seiner Ägide ein und symbolisierte sehr deutlich den Veränderungsprozess, den er eingeläutet hat. Der erste Teil der Veranstaltung fand in der Tiefgarage statt, bevor es dann nach oben in die gewohnten Konferenzräume am Platz der Ideen ging.

Ein knappes Jahr ist Dickjan Poppema jetzt CEO von Grey Deutschland, und er hat bei seinem Dienstantritt keine leichte Aufgabe übernommen. 2007 erwirtschaftete die Agentur noch einen Honorarumsatz von 49 Millionen Euro, danach ging es kontinuierlich bergab, bevor sich die Umsätze 2011/12 auf einem niedrigen Niveau stabilisierten. 2012 machten alle zu Grey Düsseldorf gehörenden Units keinerlei Profit. Eine Mitarbeiterbefragung aus dem Jahr 2011 kam zu einem katastrophalen Ergebnis: Nur 38 Prozent der Mitarbeiter hatten noch „ein gutes Gefühl“ bei ihrem Job, nur 39 Prozent wollten im Folgejahr noch für bzw. bei Grey arbeiten. Keine gute Ausgangsposition für den neuen Chef. Aber Poppema krempelte die Ärmel hoch und machte sich daran, „New Grey“ zu formen. Inzwischen sieht die Grey-Welt in Düsseldorf sonniger aus. Der Honorarumsatz konnte 2013 um 5 Prozent gesteigert werden und es wird wieder Profit gemacht – genauere Zahlen ließ Poppema sich jedoch nicht entlocken. Und auch die Mitarbeitermotivation hat einen gewaltigen Sprung gemacht.

Neue Offenheit und neue Kunden

Offenbar ist mit Poppema ein Ruck durch die Agentur gegangen. Die Mitarbeiterumfrage von 2011 wurde wiederholt, und mittlerweile wollen 91 Prozent auch im nächsten Jahr bei Grey arbeiten. Eine Ursache könnte die neue Offenheit in der Agentur sein. Poppema hat die interne Kommunikation komplett erneuert und ist ein anfassbarer Chef, der sich nicht in seinem Büro versteckt. Zur guten Stimmung tragen wohl auch zahlreiche neue Etats bei, die allerdings nicht alle aus eigener Kraft gewonnen werden konnten. Boehringer Ingelheim, Allianz international, Gilette und HSBC waren Handreichungen der US-Zentrale und werden nun teilweise in Düsseldorf betreut. „DAS ist Network-Denken.“ sagt Poppema dazu. „Wir sagen nicht zur Zentrale: lasst uns in Ruhe. Im Gegenteil – wir gehen auf das Network zu.“ Insgesamt konnten 28 Etats gewonnen werden, einige auf Projektbasis. Andere Etats wurden erfolgreich verteidigt, z.B. die des Stammkunden Deichmann und der Telekommunikationsmarke ay yildiz. Poppema: „Beim internationalen Etat von Deichmann werden zukünftig die skandinavischen Kollegen einbezogen – wir wollen den Network-Gedanken auch in die andere Richtung leben.“ Verloren wurde 2013 nur der Kunde SEAT.

Herausragende Kreation

Das mittlerweile wieder Profit gemacht wird, liegt aber auch an Kostenübernahmen durch die Network-Zentrale in New York sowie einem Umbau in der Verwaltung. Der Anteil der Mitarbeiter, die direkt am Kunden arbeiten, hat sich deutlich erhöht. Auf Personalfreisetzungen wurde dabei aber weitestgehend verzichtet – im Gegenteil: Zu Beginn des Jahres arbeiteten 369 Menschen am Platz der Ideen, Ende Dezember werden es 374 sein – und im neuen Jahr werden etliche neue Arbeitsplätze geschaffen. Alleine fünf „in der Branche bekannte Kreative“ werden in den ersten Monaten des Jahres 2014 in Düsseldorf anheuern. Verantwortlich dafür ist auch der neue Kreativchef von Grey, Fabian Kirner, der Top-Kreative anzieht, die sonst nicht unbedingt zu Grey kommen würden. So soll Grey auch wieder in die Top-Ten der Kreativrangliste der deutschen Werbeagenturen.

Klare Ziele

Die Ziele für Grey hat Poppema klar definiert. Grey will wieder die „beste strategische Markenführungs-Agentur in Deutschland“ werden. Dabei betont er: „Das ist keine Absage an herausragende Kreation!“ Auch der Gewinn von Preisen und Auszeichnungen steht auf der Grey-Agenda. Im Fokus einer strategischen Markenagentur stehen dabei natürlich Effies, aber auch Cannes-Löwen und andere Kreativpreise sollen geholt werden. Vor diesem Hintergrund ist wohl auch die Verpflichtung von Fabian Kirner zu sehen, der bisher rund 200 Kreativpreise gewonnen hat. Für 2014 kündigte Poppema auch die Eröffnung eines Berliner Büros von Grey an. Dort soll es einen digitalen Schwerpunkt geben, der mit Spezialisten besetzt wird, die nicht zu einem Umzug nach Düsseldorf zu bewegen waren. Damit will Grey auch dem Umstand Rechnung tragen, dass der Digitalanteil der Agentur im vergangenen Jahr von 14,4 auf 19 Prozent angestiegen ist.

(Dirk Schäfer)


 


 

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