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Auf einen Cappuccino: Die Jamin-Kolumne

Besitzer leerstehender Häuser enteignen

Von meiner Wohnung aus kann ich gut beobachten wie mit leerstehenden Häusern heute umgegangen wird. Schaue ich aus dem Küchenfenster sehe ich ein fünfstöckiges Haus. Sehe ich aus dem Wohnzimmerfenster, dann sehe ich ebenfalls ein fünfstöckiges Haus.

Dieses Haus an der Rheinallee steht schon seit mehreren Jahren leer. Man hat den Mietern gekündigt. Das war's dann. Kürzlich arbeiteten ein paar Arbeiter dort. Machten viel Lärm und Staub. Das war's dann.

Die Immobilienpreise steigen

In dem anderen Haus auf der Düsseldorfer Straße arbeiten seit einigen Monaten mehrere Arbeiter und renovieren die Wohnungen. Sie begannen mit ihrer Tätigkeit kurz nachdem die Mieter ausgezogen waren. An diesen beiden Häusern kann man sehr gut feststellen, wie Hausbesitzer mit ihren Immobilien umgehen.

Die einen möchten die Wohnung möglichst schnell wieder vermieten, wenn das Haus leer steht. Die anderen warten gerne auch ein paar Jahre, weil die Immobilienpreise stetig steigen und man auf diese Art und Weise mit dem Leerstand viel Geld verdienen kann.

Leerstehende Häuser nutzen

Beim Anblick der beiden Häuser habe ich Verständnis für jene Bürger und Politiker, die nach Enteignung anrufen. Wir haben große Wohnungsnot. Warum sollte also ein Haus, das fünf Familien Obdach bieten könnte, nicht schnell genutzt werden?

Ich kann aber auch jene Bürger verstehen, die gegen Enteignung sind. Denn der Hausbesitzer auf meiner Küchenseite handelt ja verantwortungsbewusst. Wohnraum renovieren, neue Mieter rein.

Grundstück jahrelang ungenutzt

Wenn ich nun meinen täglichen Spaziergang durch meinen Lieblingswohnstadt Düsseldorf-Oberkassel mache, oder einkaufen gehe oder in mein Lieblingscafé Schiff Ahoi gehe, komme ich an einem Grundstück vorbei. Früher stand hier eine Tankstelle. Im Moment stehen hier, an der Ecke Belsenstraße / Düsseldorfer Straße, nur einige Bauwagen.

Dieses Grundstück steht mindestens zehn Jahre leer. Gerüchte besagen, dass der Boden verseucht sei. Angeblich findet sich kein neuer Käufer für das Grundstück. Es ist also zu befürchten, dass dieses Grundstück noch viele Jahre oder gar Jahrzehnte nicht benutzt wird.

Parkplatz statt Brachland

Ich finde, dass dieses Grundstück ein guter Parkplatz wäre. Die Stadt sollte den Besitzer dieses Grundstücks dazu verpflichten für einen entsprechend befestigten Untergrund zu sorgen und das Grundstück als Parkfläche zu vermieten.

Oberkassel kann schließlich Parkplätze gebrauchen. Und eine Stadt wie Düsseldorf kann es sich nicht leisten, freie Grundstücke jahrzehntelang brachliegen zu lassen. Wenn Haus und Grundbesitzer nicht verantwortungsvoll handeln, muss der Staat eingreifen.
Studenten: Häuser besetzen

Meine Beispiele in unmittelbarer Umgebung zeigen mir, dass die Stadt handeln muss. Lange Zeit leerstehende Häuser müssen zur Not auch zwangsweise in Wohnraum umgewandelt werden.

Leerstehende Grundstücke müssen als Parkflächen oder als Grünanlagen hergerichtet werden. Sollte die Stadt dazu nicht in der Lage sein, so sollten sich Obdachlose und Studenten, die keinen Wohnraum finden, zusammenschließen. Man kann Häuser schließlich auch besetzen und freie Grundstücke als Zeltplätze nutzen.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                       Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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Peter Jamin

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