Sie sind hier: Startseite Düsseldorf Kolumnen Mixed Zone
Weitere Artikel
AUS DER BAHN

Menschen lächeln machen: Heute mal was wirklich Nettes…

Im öffentlichen Personennahverkehr hört man oftmals Geschichten, die zu Kopfschütteln Anlass geben. Umso schöner ist es, dass ich diesmal eine wirklich nette Gegebenheit berichten kann. Ein Bahnerlebnis, das gute Laune macht.

Heiße Temperaturen, überfüllte Bahnen, drängelnde Menschen, die allzu schnell noch einen Sitzplatz ergattern wollen. Zugegebenermaßen sind wir alle angestrengt von der andauernden Hitze. Das ist jedoch noch lange kein Grund sich die Laune verderben zu lassen. Echte Optimisten, bringen ihre Umwelt auch in Extremsituationen zum lächeln.

So geschehen in der U-Bahn diesen Monat. Plötzlich steigen zwei junge Hippies in den Wagen und beginnen in die Hände zu klatschen. Die Leute gucken - auf typisch deutsche Weise- erst einmal verschreckt und etwas irritiert.

Was denn, nur gute Laune? Geht doch!

Was? Zwei Menschen mit guter Laune, die einfach anfangen Musik zu machen? Ungewohnt im sonst eher stillen Alltag in öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Mann hat eine Gitarre umhängen und spielt fetzige Sommerhits aus Amerika. Das Mädchen singt dazu und versucht auch die anderen Fahrgäste zu animieren. Mutig, aber in der Tat doch wirksam.

Nach und nach fangen immer mehr Menschen an ihre Miene zu ändern und dem Spektakel zu lauschen. Vor allem die älteren Mitreisenden haben sichtbar Spaß. Als dann der Evergreen „Wonderwall“ angestimmt wird, singen einige Passagiere sogar mit.

Was für eine schöne Atmosphäre! Und das mitten am Nachmittag in unserer Stadt. Nach einigen Haltestellen steigen die beiden wieder aus. Ein paar Leute kramen in ihren Geldbeuteln und wollen die Musikeinlage finanziell würdigen. Die beiden Jungmusiker lehnen aber dankend ab. Es ging ihnen offenbar tatsächlich nur darum ein wenig gute Laune zu verbreiten.

Einige Abende später bin ich wieder an der Heinrich-Heine-Allee unterwegs und vernehme plötzlich Frank Sinatras „I did it my way“ auf dem Klavier. Suchend schaue ich mich um, woher die sanften Töne wohl kommen mögen. Da laufe ich auf das bereitgestellte Klavier in der Flingerpassage zu und sehe einen älteren Mann im Leinenanzug am Klavier sitzend spielen.

Was für ein wohliger Anblick, hatten sich doch schon einige Leute mehr um ihn rum versammelt um ihm zu lauschen. Mit teils geschlossenen Augen stimmt er alle Hits von Sinatra der Reihe nach an und ist dabei erstaunlich textsicher. Auch die umstehenden Leute singen die eine oder andere Strophe mit, so dass es zu einer wahrlich schönen Abendstimmung so kurz vor Mitternacht am U-Bahnhof kommt. Alle sind gut gelaunt und lassen so den Abend ausklingen.

Dankbar für die netten Kleinigkeiten

Für solche Situationen sollte man ehrlich dankbar sein. Es sind die Kleinigkeiten, die einen Abend dann gelungen abrunden. Und es ist die unbändige Macht der Kunst und Kultur, auf die unsere Stadt so stolz sein kann. Kreative, die eben solche Events möglich machen und nicht aus wirtschaftlichen oder Image-Gründen Spaß an der Musik haben – es gibt sie zu Hauf in Düsseldorf.

Ein Appell an alle Menschen da draußen die kleinen Dinge des Alltags zu würdigen, um den Fokus nicht aus den Augen zu verlieren.

(Carolin Kirchhoff)


 


 

U-Bahn
Heinrich-Heine-Allee
Flingerpassage
Kunst und Kultur
Klavier
Caro Kirchhoff

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Düsseldorf" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: