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Auslandsinvestitionen

Krisen und Kriege behindern Unternehmen

Die Unternehmen in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein werden ihre Auslandsinvestitionen im Jahr 2015 voraussichtlich konstant halten. Während die Industrieunternehmen ihre Auslandsinvestitionen wieder etwas steigern werden, streichen die Dienstleister ihre Investitionsbudgets zusammen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein bei knapp 300 im Ausland aktiven Unternehmen. 37 Prozent der zu Jahresbeginn befragten Unternehmen aus Industrie, Großhandel und Dienstleistung planen Investitionen im Ausland, darunter allein 46 Prozent in der Industrie. Allerdings werden die Budgets in den kommenden Monaten nicht erhöht. Knapp zwei Drittel der Betriebe werden die für ausländische Standorte vorgesehenen Investitionssummen konstant halten. Jeweils 17 Prozent der Unternehmen planen eine Erhöhung beziehungsweise eine Senkung der Investments. „Zum zweiten Mal hintereinander melden die Unternehmen lediglich konstante Planungen bei den Auslandsinvestitionen. So verhalten waren die Betriebe seit Ende der Wirtschaftskrise 2009/10 nicht mehr“, erklärt dazu IHK-Konjunkturexperte Gerd Helmut Diestler.

Geopolitische Krisen

Ein Blick auf die verschiedenen Branchen zeigt, dass die Investitionsbereitschaft der Industrie im Ausland wieder etwas ausgeprägter ist. 23 Prozent der im Ausland aktiven Industriebetriebe wollten ihre Auslandsinvestitionen ausdehnen, 16 Prozent planen eine Reduzierung. Dagegen befürchtet die Dienstleistungsbranche eine Verringerung der Investitionsbudgets. Sieben Prozent der Dienstleister mit Auslandsinvestitionen wollen die Aktivitäten an ihren ausländischen Standorten erhöhen, 19 Prozent investieren dagegen weniger. „Grund dafür sind die geopolitischen Krisen, die im letzten Jahr eskaliert sind. Auch die Unternehmen vor Ort sind davon betroffen“, erklärt Diestler. Insbesondere Russland und Südosteuropa hätten an Bedeutung als Zielregion für Auslandsinvestitionen verloren. „Noch vor drei Jahren wollten 27 Prozent der im Ausland aktiven Unternehmen in diesen Regionen investieren. Heute liegt der Anteil bei gerade einmal zehn Prozent“, sagt der IHK-Experte. Neben dem Russland-Ukraine-Konflikt sei auch der Krieg in Syrien von Bedeutung, denn dieser habe zu einer deutlichen Verringerung der Wachstumsraten im Nachbarland Türkei geführt.

Rückläufige China-Invests

77 Prozent aller auslandsaktiven Betriebe wollen in anderen EU-Ländern investieren, 21 Prozent der Unternehmen haben China bei ihren ausländischen Engagements im Blick. „Jedes dritte im Ausland aktive Industrieunternehmen plant Direktinvestitionen in China. Vor vier Jahren lag der Anteil noch bei mehr als 50 Prozent. Die verringerten Wachstumsraten in China führen zu einer etwas verhalteneren Investitionsbereitschaft“, erläutert Diestler. Dafür würden andere asiatische Länder wie Indien oder Vietnam als Investitionsziele an Bedeutung zunehmen. Aktuell wollen in dieser Region 27 Prozent der Industriebetriebe investieren, vor vier Jahren waren es noch 21 Prozent.

(Redaktion)


 


 

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