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Weitgehend normaler Fernverkehr

Bahn meldet nur noch geringe Einschränkungen im Zugverkehr

Nach dem Unfall mit einem Intercity-Express (ICE) am Mittwoch im Kölner Hauptbahnhof wurden weiterhin Züge vom Typ ICE 3 überprüft. Bis Sonntagmittag waren es rund die Hälfte der Wagen. Es wurden keine Fehler gefunden. Es seien deutlich weniger Züge am Wochenende ausgefallen, sagte Bahnsprecherin Barbara Tünnemann am Sonntag. Für Montag rechne sie mit einem «weitgehend normalen» Fernverkehr.

Durch den Einsatz von Ersatzzügen hätten am Samstag rund 60 Prozent der Fahrten mit dem ICE 3 bedient werden können und am Sonntag 80 Prozent, sagte Tünnemann. Einschränkungen habe es vor allem im Raum Köln und Frankfurt sowie auf der Strecke Dortmund-München gegeben. Auf Strecken, die normaler mit ICE 3 befahren würden, seien Ersatzfahrzeuge eingesetzt worden. Deswegen hätten Fahrgäste umsteigen müssen oder hätten weniger Komfort und Platz vorgefunden. Zudem seien Züge ausgefallen.

«Uns liegen bisher keine weiteren Informationen über die Unfallursache vor», sagte der Unternehmenssprecher Personenverkehr, Jürgen Kornmann. Bisher gehe die Deutsche Bahn davon aus, dass der ICE am Mittwoch wegen einer defekten sogenannten Radsatzwelle in Köln aus den Schienen gesprungen sei. Er könne auch kein Datum nennen, bis zu dem die Deutsche Bahn weitere Erkenntnisse über den Unfall haben werde. Der Vorgang werde von einem Gutachter untersucht.

Bis Sonntagnachmittag hatte die Deutsche Bahn Kornmann zufolge rund die Hälfte der 61 existierenden ICE-3-Züge kontrolliert. Es seien keine Defekte gefunden worden. Deswegen würden die Wagen nach den Kontrollen auch wieder in den normalen Fernverkehr integriert. Die Deutsche Bahn gehe davon aus, dass der Vorfall am Mittwoch «einmalig» war. Man sei sich «absolut sicher», dass die Züge die Fahrgäste sicher transportierten. In Zukunft würden die Räder der ICE 3 auch häufiger kontrolliert, nicht mehr nach 300 000, sondern bereits nach 60 000 gefahrenen Kilometern. Das entspreche einem Wartungsintervall von sechs Wochen statt bisher neun Monaten, erklärte Kornmann.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» zufolge hing der Unfall nicht mit der kurz zuvor erfolgten Notbremsung des Zuges zusammen. «Das war nicht die Ursache der Entgleisung», sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld dem Blatt. Die Notbremse wurde nach Erkenntnissen der Ermittler gezogen, weil im Kölner Hauptbahnhof bereits Metallteile der kaputten Achse herausstanden und über Gleise und deren Verschraubungen schleiften. Die Staatsanwaltschaft Köln hat bereits Ermittlungen gegen den Konzern eingeleitet.

Experten zufolge hätte der Unfall in einer Katastrophe enden können. «Ein solcher Defekt ist das Gefährlichste, was es gibt», sagte Markus Hecht, Professor für Schienenfahrzeuge an der Technischen Universität Berlin, dem «Tagesspiegel» (Samstagausgabe). Im schlimmsten Fall hätte die Welle in einer Kurve brechen können, dann wäre der Zug entgleist und womöglich von der Strecke abgekommen.

Am Freitag hatte die Bahn nach dem Unfall die meisten ICE-3-Züge zur Überprüfung in die Werkstätten geschickt. Es kam zu zahlreichen Zugausfällen, von denen Zehntausende Bahnkunden betroffen waren.

Für aktuelle Informationen über Fahrplanänderungen stehen die kostenlose Telefonauskunft unter der Nummer 08000/996633 und die Internetadresse bahn.de/aktuell zur Verfügung.

(Redaktion)


 


 

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