Sie sind hier: Startseite Düsseldorf Aktuell News
Weitere Artikel
Kelterei Walther

Beerenstarke Erfolgsgeschichte

Sie nennt sich Safttante. Hinter diesem Twitter-Eigennamen verbirgt sich eine erfolgreiche Unternehmerin. Kirstin Walther hat 2004 den Betrieb ihrer Eltern übernommen. Wie viele ostdeutsche Firmen war die Kelterei durch überhastete Investitionen nach der Wende überschuldet. Die junge Chefin hat ihr Geschäft komplett umgekrempelt und sich mit einer besonders innovativen Verpackung und der sächsischen Gesundheitsbeere Aronia erfolgreich positioniert.

„Früher rissen uns die Kunden die Säfte aus der Hand“, erinnert sich Kirstin Walther. Nach der Wende konnte die Kelterei mit den Billigangeboten der Discounter nicht mehr mithalten. „Der Preis ist bei beliebten Produkten wie Apfelsaft zum Beispiel auschlaggebend“, betont die Unternehmerin, aber die Kosten für die Herstellung von Apfelsäften brachten damals keinen Gewinn mehr und so beschritt die Betriebswirtin Neuland. Die 38-jährige strukturierte mit Hilfe eines Unternehmensberaters, die 80 Jahre alte sächsische Kelterei in Arnsdorf bei Dresden nach der Zero-Budget-Methode um. Sie konzentrierte sich auf den Direktvertrieb, eröffnete einen Internet-Shop und sorgte mit kreativen Werbeaktionen für Aufmerksamkeit. Und Kirstin Walther steigerte die Bekanntheit ihres Unternehmens durch ein „Corporate Blog“. Die Chefin schreibt im Saftblog persönliche Beiträge über den Geschäftsalltag in ihrem Betrieb, kommuniziert offen mit ihren Kunden und hat darüber unzählige Fans gewonnen - und die Medien haben kontinuierlich über die Bloggerin berichtet.

Neue Märkte - neue Kunden

Es begann damit, dass ein Kunde ein Saft-Abo bestellt. Wegen seines hohen Blutdruckes habe ihm sein Arzt geraten, den Aroniasaft regelmäßig zu trinken,“ schrieb er und damit hat er der Kelterei einen „Beerendienst“ erwiesen.

Aroniasaft sorgt für Gewinne

Inzwischen sind deutsche Wissenschaftler dabei die gesundheitsfördernde Wirkung nachzuweisen, denn die Aroniabeere wird in einem staatlich geförderten Verbundprojekt erforscht. So haben sich die Universität Potsdam, die Universität Braunschweig, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung, das Max-Planck-Institut in Karlsruhe sowie die Breko GmbH in Bremen an Studien beteiligt. Die vorläufigen Ergebnisse bestätigen schon jetzt, dass die Beere durch einen sehr hohen Anteil an lebenswichtigen Antioxidantien von keinem anderen natürlichen Lebensmittel erreicht wird. Antioxidantien schützen die menschlichen Zellen vor dem Angriff sogenannter freier Radikale. Sie entstehen zum Beispiel durch Umweltgifte oder UV-Strahlung und sind auch für das vorzeitige Altern einer Zelle verantwortlich. Als extrem reaktionsfreudige Verbindungen erhöhen sie den Stress im Organismus, der die Entstehung teilweise schwerwiegender Erkrankungen wie Atherosklerose, Herzinfarkte oder Krebs begünstigen kann.

Gesundheit aus der Natur boomt

Die Gesundheit aus der Natur ist gefragt wie nie. „Die Menschen leben heute bewusster, schlucken weniger Medikamente, beugen vor und achten auf ihren Körper“, betont Kirstin Walther. Die gesunde Einstellung erklärt den Erfolg: Ein bemerkenswerter Anteil des Umsatzes geht inzwischen auf das Konto des Aroniasaftes. Walther‘s bietet den Gesundheitssaft direkt im eigenen Shop an und er wird in Apotheken, Reformhäusern und bei Jacques Weindepot verkauft.

Natursäfte für das Wohlbefinden

Beliebt bei den Kunden von Walther sind vor allem auch die Säfte und Nektare aus einheimischen, fast vergessenen Obst- und Gemüsesorten, wie Quitte, Rhabarber, Stachelbeere und anderen. Flüssiges Obst, aus Früchten, die in Nachbars Garten wachsen, sind heute eine Seltenheit geworden. Kirstin Walther fügt hinzu: „Reifes, direkt nach der Ernte verarbeitetes Obst aus unmittelbarer Nähe, das nicht von der intensiv bewirtschafteten Plantage kommt, ist das Beste, was man heute für sein Wohlbefinden tun kann, sei es in seiner ursprünglichen Form oder schonend gekeltert zu leckeren Säften. Und vorallem auch geschmacklich, werden Sie einen Riesenunterschied feststellen.“

Innovativ verpackt

Besonders stolz ist die Unternehmerin auf die innovative Verpackungslösung, die ihr Bruder, Jens Walther, auf Anraten von mehreren Kunden für die eigenen Säfte erprobt und weiterentwickelt hat. Die Saftbox ist eine geniale Saftverpackung (Fachbegriff Bag in Box), denn sie garantiert, dass der Saft bis zu drei Monate frisch bleibt, weil während des Zapfens kein Sauerstoff ans Produkt gelangen kann. Diese Boxen, welche mit 3 oder mit 5 Liter Saft befüllt werden, kennen viele vom Weinhandel und nicht nur deshalb gibt es die Gesundheitssäfte auch in den Filialen von Jacques Weindepot.

Das Geheimnis des Erfolgs

Das Rezept von Kirstin Walther? Sie hat ihre Nische entdeckt und sich gegen die Billiganbieter auf dem Markt behauptet. Und sie hatte den Mut, alte Pfade zu verlassen, den Betrieb zu verändern und immer wieder Neues zu probieren. Ihr jüngstes Projekt ist der Saftkanal. Hier werden Videos über die Kelterei gezeigt und Kirstin Walther scheut sich nicht, ihre Zuschauer vor der Kamera persönlich anzusprechen. Und Kirstin Walter twittert und erreicht damit ihre Fans. Trotz des großen Erfolgs ist die Unternehmerin bodenständig geblieben. Chefallüren wird man bei ihr vergeblich suchen. „Wenn ich durch die sehr nahe und intensive Kundenkommunikation eines gelernt habe, dann dass es das beste ist, wenn man sich selbst treu bleibt, offen und authentisch ist“, lächelt sie. „Es gibt nichts Schöneres und auch nichts Dankbareres, als mit zufriedenen – aber auch konstruktiv kritischen Kunden und Interessenten im Gespräch zu sein. Das ist das Geheimnis unseres Erfolgs.“

(Redaktion)


 


 

Kirstin Walther
Walther
Kelterei Walther
Aroniasaft
Kelterei
Arnsberg

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Kirstin Walther" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: