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Börsen-Unwort 2013

"Billiges Geld"

„Euro-Rettungsschirm“ war es vor drei Jahren, „Bester Preis“ im Jahr 2003: Seit 2001 wird jährlich das Börsen-Unwort gewählt. In diesem Jahr wurde „billiges Geld“ auserkoren.

Gerne übernehmen Politiker und Medien Wortkreationen der Finanzmärkte. Mit der zunehmenden Beachtung durch die breite Öffentlichkeit entstehen so auch „Unworte“. Das Team der Düsseldorfer Börse mit seiner Geschäftsführung, Maklern, Händlern, Analysten und Kommunikatoren hat zum dreizehnten Mal das „Börsen- Unwort des Jahres“ gewählt.

„Billiges Geld“

„Politik des billigen Geldes“ wird oft beschrieben als geldpolitisches Konzept für eine expansive Konjunkturpolitik. Die Notenbanken senken die Leitzinsen und erhöhen die Geldmenge. Kreditinstituten werden liquide Mittel zugeführt, um die Bereitschaft zur Kreditvergabe zu erhöhen. Das „billige Geld“ wird aber nicht nur zur Vergabe von Krediten genutzt, sondern auch, um am Aktienmarkt Gewinne zu erzielen. Die Gefahr von liquiditätsgetriebenen Blasen steigt.

Segen oder Fluch?

Das „billige Geld“ war für viele also ein Segen, die Wortkombination selbst ist aber eher ein Fluch. Börsen-Lenker Dirk Elberskirch: „Wir waren uns schnell einig, dass man ein werthaltiges Substantiv wie Geld nicht mit einem Adjektiv wie billig kombinieren sollte, das abwertend für mindere Qualität steht. Wer trinkt etwa schon gerne billigen Wein oder macht einen billigen Scherz. Stattdessen sollte auch in Niedrigzinsphasen Geld eine angemessene Wertschätzung zukommen.“

Auf Platz zwei: „Höchststand“

„Höchststand“ erreichte den zweiten Platz. 2013 verzeichnete der DAX eine ganze Reihe von Höchstständen. Der Superlativ hinterlässt gerade bei weniger erfahrenen Anlegern den Eindruck: Der Gipfel ist erreicht, es geht nicht weiter. Stattdessen ging es weiter – höher und höher. Wie irreführend der Begriff wirken kann, zeigte ein Radiobeitrag im Herbst, in dem der Reporter meinte, man kaufe im Supermarkt ja auch nicht, wenn es am teuersten sei, warum also an der Börse? Ein extrem hinkender Vergleich, denn auch in Zeiten hoher Kurse gibt es Käufer, sonst gäbe es keine Umsätze. Und andererseits kommt es auch auf die Betrachtungsweise an. So sind der Kursindex des DAX wie auch die Kurs/ Gewinnverhältnisse der Unternehmen noch ein gutes Stück von ihren Höchstständen entfernt. Der Blick auf gute Argumente für einen Einstieg wurde verstellt mit der Folge, dass private Anleger wieder einmal eine positive Börsenzeit verpasst haben.

Bisherige Börsen-Unwörter:

• 2012: „Freiwilliger Schuldenschnitt“
• 2011: „Euro-Gipfel“
• 2010: „Euro-Rettungsschirm“
• 2009: „Bad Bank“
• 2008: „Leerverkauf“
• 2007: „Subprime“
• 2006: „Börsen-Guru“
• 2005: „Heuschrecken“
• 2004: „Seitwärtsbewegung“
• 2003: „Bester Preis“
• 2002: „Enronitis“
• 2001: „Gewinnwarnung“

Das „Börsen-Unwort des Jahres“ wird von der Börse Düsseldorf in Anlehnung an die 1991 ins Leben gerufene sprachkritische Aktion des Frankfurter Germanisten Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser seit 2001 ermittelt. Seit 2011 ist die Linguistin Prof. Dr. Nina Janich (TU Darmstadt) Vorsitzende und Sprecherin der Jury.

(Redaktion)


 


 

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