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  • 13.01.2014, 13:35 Uhr
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Bonse aus Brüssel

Vorsicht, gute Nachrichten!?

Das neue Jahr startet mit einer Reihe scheinbar guter Nachrichten aus der Eurozone. Spanien verlässt den Rettungsschirm, Lettland bekommt den Euro, Griechenland übernimmt den EU-Vorsitz. Doch bei näherer Betrachtung ist das alles nicht toll, es birgt sogar einige neue Risiken.

Beispiel Griechenland: Die Griechen verkünden stolz, sie würden den sparsamsten EU-Vorsitz führen und zeigen, wie man erfolgreich aus der Krise kommt.

Doch Vorsicht: Auch Zypern hat 2012 einen guten EU-Vorsitz hingelegt. Wie für Präsidentschaften üblich, musste es seine eigenen Interessen hintanstellen. Das dicke Ende kam gleich danach – Anfang 2013.

Ähnlich könnte es den Griechen gehen. Sie brauchen im 2. Halbjahr 2014 nämlich mehr Geld. Dass es sich an den Märkten besorgen können, wie Premier Samaras behauptet, ist offen. Wenn nicht, droht eine neue Krise.

Beispiel Lettland: Der Beitritt zu Euroland wird uns als “historischer Moment” verkauft. Die Letten erfüllen alle Maastricht-Kriterien und ziehen angeblich begeistert in die Eurozone ein.

Doch Vorsicht: Fast alle Umfragen belegen, dass die Euro-Einführung gegen den Willen der Mehrheit erfolgt. Viele Letten rechnen mit Preiserhöhungen – die Erfahrung gibt ihnen recht.

Zudem bringt das Land viele Probleme mit, die an Zypern erinnern. Schwache Bankenaufsicht, dubiose russische Gelder, hohe Bankendichte – das sind ideale Zutaten für die nächste Krise.

Beispiel Spanien: Der Abschied vom Euro-Rettungsschirm ESM wird uns von ihrem Chef Regling als “beeindruckende Erfolgsgeschichte” präsentiert. Tatsächlich hat Spanien weniger Hilfe benötigt als gedacht.

Doch Vorsicht: Ob die spanischen Institute nun sicher sind, wird sich erst nach Banken-Stresstest und EZB -Bilanzprüfung zeigen. Zudem bleibt der ESM weiter präsent, bis die Kredite zurückgezahlt sind.

Klar ist schon jetzt, dass die Kosten und Risiken der spanischen Bankenkrise vom Privatsektor auf den Staat übergewälzt wurden. Ähnlich wie in Irland müssen die Bürger den Preis für eine falsch angelegte “Rettung” zahlen.

Siehe dazu auch “Gefangen im Schuldenturm” sowie mein E-Book “Wir retten die Falschen”.

(Eric Bonse)


 


 

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