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boot 2014

Auch Wasserwege wollen erhalten werden

Gelten Schiffe auf der Werra, der Lahn oder Teilen der Havel demnächst als unsinkbar, weil kein „Handbreit Wasser“ mehr unter dem Kiel zu finden ist?

Einen Tag, bevor die boot 2014 in Düsseldorf öffnet, nutzte Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, die Chance, Pläne der Bundesregierung zu kritisieren.

Die Wasserstraße unterliegt dem gleichen Schicksal wie das Pendant aus Asphalt: irgendwie müssen sie erneuert, instandgehalten oder das Wegenetz ausgeweitet werden. Doch ebenso – und das ist die Krux - muss irgendwie gespart werden. Dies brachte die Bundesregierung auf die Idee, Flüsse und Kanäle nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung, sprich Gütertransport zu klassifizieren. Die 7.300 Binnenwasserstraßen wurden in drei Kategorien unterteilt; Rhein und Elbe beispielsweise sind absolue A-Klasse. Hier heißt es erhalten und ausbauen.

In der zweiten Klasse geht es nur noch ums Erhalten. Die Pläne für die dritte Klasse stößt dagegen auf den Unmut von Tracht: „Wir müssen damit rechnen, dass sie weder ausgebaut noch erhalten werden sollen. Dies bedeutet einen Attraktivitätsverlust für den Sport- und Wassertourismus“, warnt er und verweist auf Beispiele aus dem Nachbarland Frankreich. Tracht: „Dort haben einige Flüsse eine Wassertiefe von nur noch 80 Zentimeter.“

Zwar sind Lahn und Werra von diesem Schicksal noch nicht erfasst, jedoch gehören diese beiden Flüsse zu eben jener Kategorie C. Tracht: „Die reine Fokussierung auf den Güterverkehr ist der falsche Weg, denn Flüsse sind auch Kulturgüter.“

Doch von dem Regierungsvorhaben und dem Wiederstand gegen die Pläne soll auf der Messe nichts zu spüren sein. Zu sehr hoffen die 1661 Aussteller auf die positive Zugkraft der boot 2014. „Ich weiß, dass die Erwartungen hoch sind und ich hoffe, wir werden dem gerecht“, spürt Goetz-Ulf Jungmichel, Direktor boot Düsseldorf, den Druck, der auf der Veranstaltung lastet. 18 Erlebnis- und Themenwelten, eine Segelschule, die Chance, zu tauchen und vieles mehr sollen die erwarteten 235.000 Besucher Geschmack auf Meer und Wind machen und den Unternehmen eine frische Brise in die Kasse wehen.

(Manfred Fammler)


 


 

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