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boot 2016

Groß-Yachten lassen "Big Willi" alt aussehen

Die boot 2016 platzt aus allen Nähten, die Kapazitäten auf der weltgrößten Wassersportmesse sind am Limit. Ebenso wie ein treuer Begleiter seit über 40 Jahren. Big Willi, der Hebekran der Messe, kann die ganz großen Yachten nicht mehr aus dem Wasser heben. Bedeutet dies das Aus für das orangefarbene Monster?

„Das Limit liegt bei 100 Tonnen. Mehr schafft er nicht“, so Goetz-Ulf Jungmichel, scheidender Direktor der boot. „Deswegen hat die boot bereits in Rotterdam begonnen“, ergänzte er und verwies dabei auf den Transport eines Top-Schiffes ab der holländischen Hafenstadt.

Dort wurde die Luxusyacht auf ein Pontonschiff gesetzt, in die Landeshauptstadt „verschifft“ und in Düsseldorf per Tieflader von Rhein in die Halle 6 des Ausstellungsgeländes gebracht. Ob es einmal einen „Bigger Willi“ geben wird, konnte Jungmichel nur mit einem Achselzucken und mit dem Hinweis auf seinen Nachfolger Petros Michelidakis beantworten. „Das“, so Jungmichel, „liegt nun in seinen Händen.“

Die Zukunft der Meere liegt dagegen in zahlreichen Händen. Um sich dieser intensiver auch auf der boot zu widmen, wurde erstmals ein Meeressymposium mit dem ehemaligen Bundesumweltminister und Rheinschwimmer Dr. Klaus Töpfer als Stargast veranstaltet. „Wir wollen die maritime Umgebung schützen“, fasst Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft, den Ansatz zusammen. Warum allerdings an der Veranstaltung kein Teilnehmer aus der Kreuzfahrtindustrie - trotz großer Messe-Präsenz - auf der Rednerliste auftauchte, blieb geheimnisvoll. Tracht: „Es geht manchmal nicht schnell genug.“

Zurück zum Wassersport. Der demografische Wandel macht auch vor der ausstellenden Industrie nicht halt. So ist der klassische Bootseigner jenseits der 50 angesiedelt und durchaus in der Lage, sich den doch pekuniären Herausforderungen zu stellen. Deswegen startet die Branche nun die Kampagne „start-boating“. Mit schillernden Worten - „Hier findet das wirkliche Leben statt.“ – pries Tracht den Kern dieser Aktion an. Der maritime Schnupperfeldzug bietet die Möglichkeiten einer Probefahrt, die online buchbar ist. Denn: „ Die Entscheidung für den Bootssport fällt an Bord“, weiß der Verbandschef.

Von Einhand-Jollen bis zur Luxusyacht, von einfacher Badehose bis zum hochwertigem Neoprenanzug und zahlreiche Neuheiten am, im und unter Wasser - die boot Düsseldorf bleibt die weltweite Leitmesse für den Wassersport, auf der rund 1.800 Aussteller aus 60 Ländern ihre Beiträge präsentieren. Mit diesen Zahlen wehrt sich Goetz-Ulf Jungmichel auch gegen Kritiker, die die Veranstaltung als reine „Imageveranstaltung“ abwerten wollen. Jungmichel: „Hier wird verkauft.“

Die boot 2016 endet am 31. Januar und hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

(Manfred Fammler)


 


 

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1 Kommentar

von zyni
26.01.16 13:53 Uhr
Geringe Besucherzahlen

Wie alle Bootsmessen leidet auch die BOOT an zu geringen Besucherzahlen. 200,000 Privatbesucher sind für eine Messe mit so einem Aufwand zu wenig.
Die Messe Hamburg z Bsp. macht jedes Jahr 3 Mio Verluste.
Wie hoch sind die Verluste bei der BOOT ???
Messen werden immer unpopulärer und teurer. Die Spirale geht eindeutig nach unten.
Letztendlich zahlt der Steuerzahler die Zeche und das kann nicht angehen.

 

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