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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Im Robinson-Club auf Djerba – die Entdeckung der Langsamkeit

Es sind gute Zeiten für einen Urlaub auf Djerba. Da nur wenige Deutsche den Anflug auf die tunesische Insel gewagt haben, steht unserem Kolumnisten ein viel zu großes Angebot an Sport und Entertainment zur Verfügung.

Danke Djerba! Wer in diesen Tagen auf die Insel fliegt, erlebt ein Land, das dem Halbschlaf verfallen scheint. Keine Hektik. Kein Massentourismus. Selbst der Wind bläst auf niedrige Geschwindigkeit.

Der Winter in Tunesien ist ja ohnehin etwas gemächlicher. In diesen Zeiten des Terrors, in denen nach den Pariser Attentaten die Angst vielen die Reiselust vergällt hat, geht es in Tunesien besonders langsam zu. Wer das zu schätzen weiß, ist auf Djerba gut aufgehoben.

Im Flieger der Tunisair hat jeder Passagier eine Sitzreihe für sich alleine. Im Robinson-Club sind nicht 800, sondern nur ein halbes Hundert Gäste. Das ist schön.

Wer es versteht, den Terror aus seinen Gedanken zu verdammen, dem geht es so gut wie mir.

Aus Trainern werden Personal-Trainer, Koch und Kellner geben in aller Ruhe Einblick in die Landesküchen, der Fremdenführer auf der Inselrundfahrt hat Zeit für viele Erklärungen. Endlich Liegestühle satt, das Meer und der Strand fast mein privates Reich. Wenn es doch nur immer so wäre!

Wer im Robinson-Club auf Djerba Urlaub macht, entdeckt zwangsläufig den Vorteil der Langsamkeit. Man mag sich am ersten Urlaubstag in altgewohnter Manier auf die vielen Angebote stürzen, die es gibt. Spätestens am zweiten Tag weiß man, dass man nicht mithalten kann. Das Angebot an Sport- und Fitnessangeboten ist so groß wie die angebotenen Mahlzeiten am Tag zu reichhaltig sind.

Es gibt von allem zu viel und das ist als Kompliment gedacht.

Angesichts der Überfülle beginnt das Maßhalten

Der Gast beginnt schnell Maß zu halten. Wie viel Sport mache ich, wie viel esse ich, wie lange sonnenliege ich, damit der Geist nicht zu müde wird.

Die Entdeckung der Langsamkeit geht einher mit einer verführerischen Ruhe und Ausgeglichenheit.

Wenn ich in Düsseldorf bin, benötige ich für jede Freizeitaktivität lange Wege. Eine Viertelstunde mit dem Fahrrad zum Theater, zehn Minuten Autofahrt zum Fitnesscenter. Im Robinson-Club liegt alles um die Ecke. Das Angebot ist mehr als reichhaltig – Essen, Trinken, Sport, Service, Entertainment. Der Gast muss sich hier zur Langsamkeit zwingen. Statt immer mehr, lieber einen Gang niedriger. Sonnengruß-Sport, XCO Walking, Bogenschießen, Ayurweda-Massage, Boccia, Sauna-Aufguss, Rücken-Fit-Training, Fußball, Beachvolleyball...

Es kann jeden Ort auf der Welt treffen

Man muss aufpassen, dass man sich nicht einen Terminkalender auffüllt mit Verpflichtungen, die doch eigentlich nur der Erholung diesen sollen.
Fast möchte ich schreiben: Wenn es doch immer so wäre! Aber das wollen wir dem Land, das so dringend den Tourismus benötigt, nun doch nicht antun. Es ist ja schon traurig genug, dass die Touristen fernbleiben aus Sorge, die Attentäter des "Scheinislamischen Staats" könnten wieder zuschlagen.

Aber warum ausgerechnet wieder hier?! Fast jeder Ort auf der Welt ist ein potentielles Ziel für die durchgeknallten Terroristen. Paris, London, Düsseldorf, Berlin, Gelsenkirchen oder Winterberg.

Ingo Burmester, der Geschäftsführer der Robinson-Club-GmbH, rechnet immerhin damit, dass "sich die Buchungsnachfrage bereits mittelfristig wieder erholen wird". Der neue Club Djerba Bahiya biete besonders für junge Familien und auch Paare ein umfassendes Robinson-Angebot direkt am breiten Sandstrand. Dem Club ist es bereits in wenigen Monaten gelungen, sich als eine der erfolgreichsten Anlagen in Tunesien zu etablieren: "Das Feedback unserer Gäste ist durchweg sehr positiv und wird u.a. auf Holidaycheck mit einer Weiterempfehlung von 92 Prozent bewertet."

Durchatmen. Hinschauen. Auswählen. Genießen. Sich treiben lassen.

Von mir gibt es gerne noch ein paar Punkte mehr obendrauf. Denn schließlich habe ich hier zum allumfassenden Robinson-Angebot auch noch die Langsamkeit entdeckt. Und die macht Spaß - die Entdeckung der Langsamkeit. Durchatmen. Hinschauen. Auswählen. Genießen. Sich treiben lassen, ohne den Überblick zu verlieren. Nicht hetzen – besser träumen. Zwischendurch darf man auch mal aufs Tempo drücken etwa beim Beach-Volleyball oder dem Cicle-Training. Wer es etwas gemächlicher mag, geht zum Golfen, reitet am Strand oder joggt am Meer entlang.

Sten Nadolny hat recht, wenn er in seinem Buch "Die Entdeckung der Langsamkeit" schreibt: "Seine Augen ließen sich nicht hetzen.“

Wer dem Rhythmus seiner Blicke folgt, geht langsamer als normal durch die Welt. Alles zieht gemächlich vorüber: die Mitmenschen, die Schönheiten der tunesischen Landschaft, die Attraktionen der Architektur und Natur. Solange bis schließlich aus ungewohnten Reizen Faszination wird: Am Abend stehen die Animateure von Robinson mit einer rasanten, mitreißenden Interpretation des Musicals "Hair" auf der Bühne. Zeit für Stimmung in der Indoor-Bar. Der Tanz auf dem Vulkan beginnt...

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                  Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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