Weitere Artikel
Fachwissen / Serie Coaching III

Coach oder Couch - ist Coaching Therapie?

0
0

Um die Frage gleich klar zu beantworten: nein! Coaching sollte auch keine Therapie sein. Aber was genau ist der Unterschied zwischen Coaching und Therapie? Vor allem, weil ja auch viele Coaches Psychologen und ausgebildete Therapeuten sind…

Die Frage lässt sich durchaus aus unterschiedlichen Richtungen betrachten.

Eine allgemeine Unterscheidung liegt zunächst darin, dass Coaching eine ausgesprochene Kurzzeitform der Beratung darstellt. Psychotherapien dauern meist länger, nicht selten über 2 oder 3 Jahre. Ein durchschnittlicher Coachingprozess dauert hingegen nur wenige Sitzungen. Es kann sein, dass das Thema in nur einer Sitzung abgehandelt werden kann, normal sind 3 bis 5 Sitzungen, es sollten aber nicht mehr als 10 werden! Eine Sitzung dauert im Regelfall zwischen 90 und 120 Minuten, je nach Arbeitsweise des Coachs. Zeitlich werden die Sitzungen ganz nach Bedarf und aktuellem Handlungs“druck“ individuell ausgehandelt. Das kann einmal wöchentlich sein, es können aber auch mehrere Wochen zwischen den Terminen liegen. 

Ein weiterer Unterschied ist eher eine Abgrenzung zur Therapie. Menschen, die ins Coaching gehen sollten psychisch „gesund“ sein, sie sollten, so heißt es, über ihre volle Selbststeuerungsfähigkeit verfügen. Aber was heißt das und vor allem:  wer definiert das?

Erkrankte sollten nicht zum Coach!

Um es am Beispiel zu erläutern: nicht in ein Coaching gehören depressiv Erkrankte, Menschen mit Angststörungen, Panikattacken, Zwangsstörungen oder Psychosen. Hier wird es für den Laien schon kaum mehr möglich zu unterscheiden. Natürlich kann es einem Coach passieren, dass ein Mensch mit Depressionen zu ihm kommt, vielleicht, weil er nicht zu einem „Psychofritzen“ gehen möchte und gehört hat, auch Coaches könnten „ so was“. Ein Coach also sollte sehr wohl in der Lage sein, zu erkennen, ob er jemanden vor sich hat, der einfach in einer niedergedrückten oder pessimistischen Lebensphase zu ihm kommt oder ob diese Person bereits unter depressiven Schüben leidet. Und das bedeutet in der Tat: der Coach braucht ein solides psychologisches Grundwissen. Denn wenn er merkt, dass er einen eigentlich „Kranken“ vor sich hat, müsste er das Coaching ablehnen und den Gang zu einem Psychologen oder Therapeuten empfehlen.



Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

0
0

 


 

Coaching
Coach
Therapeuten
Menschen
Sitzung
Unterscheidung
Karriere
Psychotherapie

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Coaching" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden