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Energiesparen bei der Kühlung

Computer und Co. arbeiten selbst bei 26 Grad noch munter

Moderne Elektronik ist in vielen Fällen ein energiesparsamer Helfer, zum Beispiel bei der Steuerung der Heizung oder dem Auto. Im Büro dagegen ist der Energiebedarf für Server, PC und Peripheriegeräte dagegen sehr hoch - Tendenz steigend. Allerdings lässt sich dem Einhalt gebieten.

Eine Bank hat für die EDV-Ausstattung eines durchschnittlichen Büroarbeitsplatzes einen Energieverbrauch von 300 kWh pro Jahr ermittelt, wovon mehr als die Hälfte auf unnötigen Stand-by Betrieb zurückzuführen ist. Die Summe der Einzelgeräte ergibt einen beträchtlichen Energieverbrauch. Neben dem PC sind zum Beispiel Bildschirme, Drucker, Scanner, Aktivboxen, externe Festplatten, USB-Hubs, Netzwerkhubs oder Ladegeräte Einzelverbraucher, die oft ungenutzt und auch nach Ende der PC-Nutzung unter Strom bleiben. Die Abschaltung einzelner Geräte ist zeitaufwändig oder teilweise sogar nicht möglich. Abhilfe schaffen schaltbare Steckdosenleisten oder Master-Slave-Steckdosenleisten, die die Peripheriegeräte nur dann mit Strom versorgen, wenn der PC angeschaltet ist. Die Untersuchung ergab ein Einsparpotenzial von über 20 € pro Jahr/Arbeitsplatz.

Zudem sorgt eine zu starke Kühlung von Serverräumen für unnötigen Energieverbrauch. In den Serverschränken von Rechenzentren ist die Wärmeproduktion durch kompakte Blade-Server so konzentriert, dass häufig eine zusätzliche Kühlung notwendig ist. Aus Angst vor Ausfällen werden Serverräume bisweilen sogar auf "frostige" 16 bis 18 °C temperiert. Studien des Schweizer Bundesamtes für Energie BFE (www.electricity-research.ch) haben allerdings ergeben, dass selbst 26 °C die Lebensdauer oder Verfügbarkeit der EDV-Anlagen nicht negativ beeinflussen. Der Energiebedarf für die Kühlung kann deshalb drastisch reduziert oder sogar komplett eingespart werden. Ausnahmen bilden hier nur die unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV). Deshalb könnten diese USV - falls die räumlichen Möglichkeiten es zulassen - ausgelagert werden.

Eine integrierte Temperaturmessung ermöglicht die möglichst kostengünstige Kühlung von Serverschränken. Dabei wird der Serverschrank nur so stark gekühlt bzw. gelüftet, wie es notwendig ist. Die Abwärme kann teilweise auch ohne Kälteanlagen durch eine direkte oder indirekte freie Kühlung abgeführt werden. In speziellen Fällen ist es zudem möglich, die Abwärme zur Trinkwasservorwärmung zu nutzen.

Energieverbrauch durch die Reduzierung des Serverparks

Bei der Bechtle GmbH (www.solingen-bechtle.de), einem deutschlandweit vertretenen IT-Unternehmen, wird der Energieverbrauch durch die Reduzierung des Serverparks mittels virtueller Server gesenkt. Durch die geringere Anzahl von Servern und Komponenten sinkt der Strom- und Kühlbedarf von 15.500 kWh auf rd. 5.000 kWh, also um mehr als 60 Prozent. Zudem wird die überschüssige Wärme in den Racks durch eine Wasserkühlung abgeführt und in eine geothermische Kühlung eingebunden. Der Vorteil: Ein komplett passives System, das selbst bei sommerlichen Spitzentemperaturen eine ausreichende und verbrauchsgünstige Kühlung durch den Erdboden bereitstellt. Die Einsparung an Primärenergie liegt bei bis zu 90%.

(Redaktion)


 


 

Energeverbrauch
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