Weitere Artikel
Cyberlife-Studie

Gegen Cybermobbing und Gewalt im Netz

Aus dem Leben mit dem Netz kann ein Leben im Netz werden, das Cyberlife. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist Cyberlife ein sehr emotionaler Bestandteil ihres Alltags. Freizeit, Zerstreuung, Problembewältigung, Identitätssuche, Kommunikation, Gewalt und Delinquenz, das Spannungsfeld im Netz ist so vielfältig wie das "wirkliche" Leben.

Wie nehmen Kinder und Jugendliche dieses Spannungsfeld wahr? Wie reagieren Eltern und Lehrer darauf? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich die größte deutsche Studie zur Erfassung von Cyberlife, ins Leben gerufen vom Bündnis gegen Cybermobbing und der ARAG SE. Mehr als 9.000 Schüler, Lehrer und Eltern werden sich an den Befragungen zum Leben im Netz beteiligen. Damit ist die Cyberlife-Studie die bislang größte Untersu- chung dieser Art in Deutschland. Die Studie ermittelt das Nutzungsverhalten der Befragten im Netz und fragt nach dem tatsächlich vorhandenen Wissen über sowie den Umgang mit Cybermobbing. "Es ist an der Zeit, ein sehr emotionales Thema zunächst sachlich zu erfassen. Wir haben uns daher zu dieser sehr umfassenden Studie entschlossen. Es gibt eine Fülle von fragmentarischem Wissen, aber keine wirkliche Gesamtsicht. Das wollen wir nun ändern", erläutert Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses gegen Cybermobbing.

Bedenkliche Gesellschaftliche Entwicklungen

Wesentliches Ziel der Studie ist es, die Phänomene von Cybermobbing und Gewalt im Netz genauer zu erfassen, um effektivere Möglichkeiten zu Schutz und Prävention entwickeln zu können. Eine sehr breite Beteiligung an der Studie ist dafür eine wesentliche Voraussetzung und bereits absehbar.
"Die Bestandsaufnahme zum Cyberlife und Gegenmaßnahmen zu Cybermobbing sind ein wachsendes gesellschaftliches Thema. Verteufelung hilft ebenso wenig wie Verharmlosung. Als Unternehmen interessiert uns, welche gesellschaftlichen Entwicklungen dort auf uns zukommen. Daher setzen wir uns deutlich für dieses Projekt ein", begründet Dr. Paul-Otto Faßbender, Vorstandsvorsitzender der ARAG SE, das Engagement des Düsseldorfer Familienunternehmens. Die ersten Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Gewalt unter Jugendlichen sich durch die neuen Medien verändert hat. Anonymität führt verstärkt zu enthemmtem Verhalten wie z.B. Cybermobbing. Hinzu kommt, dass die medialen Entwicklungen des Web die elterliche Erziehung stärker als bislang vermutet erschweren und zu einer Überforderung vieler Eltern führen. Hinzu kommt, dass institutionelle Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention von Cybermobbing und Cybercrime sowie Hilfesysteme an deutschen Schulen flächendeckend fehlen.

Umfangreiches Netzwerk

Der Befragungszeitraum der Erhebung erstreckte sich von November 2012 bis Ende Februar 2013. Ende April/Anfang Mai sollen die Ergebnisse dieser größten bundesweiten Untersuchung veröffentlicht werden. Das "Bündnis gegen Cybermobbing" wurde im Juli 2011 gegründet. Es setzt sich aus Menschen zusammen, die persönlich von der Thematik betroffen sind, sei es beruflich oder privat und die gegen Cybermobbing und Gewalt im Netz angehen. Das Bündnis ist ein Netzwerk von engagierten Eltern, Pädagogen, Juristen, Medizinern, Forschern und vielen mehr. Unterstützt wird es von Prominenten aus Politik, Sport und Medien aus dem In- und Ausland und ist mit dem I-KIZ der Bundesregierung und auf EU-Ebene mit der COST Action ISO801 "Cyberbullying" vernetzt. Die Organisation arbeitet auch mit der Stanford University sowie der European Business School (EBS) Reichartshausen zusammen und wird von regionalen Bildungsinstitutionen, Bildungsinitiativen sowie dem Malteser Hilfsdienst e.V. Deutschland unterstützt.

(Redaktion)


 


 

Cyberlife
Cybermobbing
Cyberbullying
Cybercrime
COST Action ISO801 "Cyberbullying"
Stanford University
European Business School
EBS
Malteser
ARAG SE
Gewalt
Dr. Paul-Otto-Faßbender
Uwe Leest
Bündnis gegen Cybermobbing

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Cyberlife" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: