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Das Interview: Sabine Grosser

Die Krise als Chance, die eigene Haltung zu ändern

Susan Tuchel traf für business-on Sabine Grosser vom Institut IKOS im Düsseldorfer Zooviertel. Auch in Corona-Zeiten bietet sie als Business Coach die Möglichkeit, ressourcen- und lösungsorientiert an sich zu arbeiten.

business-on.de: Sie sind Betriebswirtin, waren lange Zeit im Marketing tätig. Dann vor neun Jahren der Schritt in die Selbständigkeit, aus welchen Motiven?

Sabine Grosser: Mir wurde immer deutlicher, dass es in den Unternehmen um die Wertschätzung und Unterstützung der Mitarbeiter gehen muss. Viele sind mehr und mehr verunsichert und verlieren den gewohnten Halt. Das hat Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit und das Unternehmen. Ich habe zunächst bei meinem Arbeitgeber ein Aus- und Weiterbildungsprogramm ins Leben gerufen. Als das Programm nicht mehr fortgeführt werden sollte, kündigte ich, packte meinen Rucksack und reiste sechs Monate durch Südamerika. Dort entdeckte ich die Alexander-Technik und mir wurde klar, wie sehr Körper und Geist zusammenhängen. Mir selbst hat die Technik sehr dabei geholfen, mit meinem angeborenen Wirbelsäulenproblem besser zurechtzukommen. Ich absolvierte weitere Ausbildungen, wurde Business und Somatic Coach und Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Seit 2013 arbeite ich als Dozentin und Coach, unterrichte an der FOM Hochschule und für große Konzerne, mittelständische Unternehmen und öffentliche Auftraggeber. Nach einigen Jahren, in denen ich parallel angestellt und selbstständig gearbeitet habe, fasste ich mir ein Herz und bin seit 2016 mit IKOS, dem Institut für Kommunikation, Organisation und Selbstführung, zu 100 Prozent selbstständig.

business-on.de: Die Alexander-Technik wurde bereits um das Jahr 1900 von Frederick Matthias Alexander entwickelt. Worum geht es dabei?

Sabine Grosser: Es geht in erster Linie darum, unerwünschte Gewohnheiten zu verlernen. Das klingt simpel, ist es aber nicht. Dazu muss man diese Gewohnheiten zunächst einmal erkennen, damit man sie verändern kann. Der Zusammenhang zwischen Denken und Bewegung ist sehr eng, wird aber von uns nicht wahrgenommen. Normalerweise unterrichte ich die Technik in Präsenz-Seminaren, arbeite mit meinen Händen. Das kann ich zurzeit nicht machen, aber ich biete Online-Workshops an, was erstaunlich gut funktioniert. Anderthalb Stunden lang führe ich kleine Übungen vor, die jeder zu Hause für sich machen kann. Es geht dabei um die Verbesserung der eigenen Körperlandkarte. Ich gucke mir in der Videokonferenz die Bewegungs- und Haltungsmuster der Teilnehmer an und erkenne sehr schnell, welche ungünstigen Haltungen jemand einnimmt und helfe ihm dabei, diese Haltungen zu verändern. Die Effekte sind oft enorm, die Menschen lernen, sich effektiver und effizienter zu bewegen, wo Blockaden sind und wie sie diese lösen können. Das verändert auch das Denken, denn ein freier Körper führt zu mehr Raum für neue Gedanken.

business-on.de: Wie viele Teilnehmer können an diesen Online-Workshops teilnehmen? Welche Kosten fallen an?

Sabine Grosser: Um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten, begrenze ich die Workshops auf fünf Teilnehmer, die Kosten liegen bei 20 Euro pro Person. Der nächste Workshop findet am 27. Mai von 18.00 bis 19.30 Uhr statt. Ebenfalls stark nachgefragt sind meine Workshops „Gesund und effizient im Home-Office“.
Viele Menschen zeigen mittlerweile Symptome oder Emotionen, die verbunden sind mit der ungewohnten Unsicherheitssituation rund um Corona. Ich nenne es liebevoll den „Home-Office-Koller“ Da kann man ganz gezielt gegensteuern durch Bewegungseinheiten, Strukturen und Routinen, die zum Sicherheitsgefühl beitragen.

business-on.de: Im November bieten Sie ein Präsenzseminar auf der Nordseeinsel Ameland an. Welche Ziele verfolgen Sie?

Sabine Grosser: Dieser Workshop ist mir gerade jetzt in der Krise sehr wichtig. Er bringt neue Ziele nach oben und macht sie fühlbar. Persönliche und berufliche Vorhaben werden neuronal verankert. Dabei kombiniere ich das Züricher Ressourcen Modell (ZRM) mit der Alexander-Technik. Bevor es auf die Insel geht, haben wir über 5 Wochen gemeinsam Online-Workshops und Präsenztreffen. Auf Ameland verknüpfe ich dann die Inhalte mit ganz besonderen Orten. Wir sind in der örtlichen Insel-Schule, in einer Galerie, einer Seeräuberhütte, in der auch König Willem-Alexander schon war, und in einer Mehlmühle. Außerdem ist im November der Kunstmonat auf Ameland. Besser lässt sich die eigene Kreativität gar nicht beflügeln.

(Susan Tuchel)


 


 

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