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Der Kulturspaziergang

Herzlichen Glückwunsch, Jim Dine: zum 80. Geburtstag und zu 55 Jahren Druckgrafik

Das Folkwang Museum in Essen würdigt Jim Dine zu seinem 80. Geburtstag mit einer umfassenden Ausstellung seines beeindruckenden druckgrafischen Werkes. Das äußerst großzügige Geschenk von 230 Arbeiten geht im Gegenzug an das Museum Folkwang. Diese Arbeiten werden sich hervorragend in die Sammlung des Museums fügen.

In der Ausstellung Jim Dine. About the Love of Printing zeigt das Museum Folkwang 250 Werke des Künstlers aus dem Bereich der Druckgrafik. Die Retrospektive vermittelt einen tiefen Eindruck von der Entwicklung der Themen und Techniken im druckgrafischen Werk des Künstlers. Das überaus umfangreiche Werk Jim Dines umfasst Malerei, Skulptur, lyrische Arbeiten und die Druckgrafik, der seine besondere Liebe gilt.

Mit der fünfteiligen Serie Car Crash beginnt 1960 die druckgrafische Arbeit. Jim Dine arbeitet in den folgenden 55 Jahren mit unterschiedlichen druckgrafischen Techniken, kombiniert diese und erfindet neue. Er bricht die Regeln, die traditionell die unterschiedlichen Verfahren bestimmen. Er benutzt Werkzeuge, auch elektrische, die dafür ursprünglich nicht vorgesehen waren. Die Arbeit On the Rue de Grenelle von 2012 ist geradezu eine Zusammenschau unterschiedlicher Techniken und Themen. Lithografie, Holzschnitt, Radierung und Gummistempeldruck sind hier kombiniert. Die jüngsten in der Ausstellung gezeigten Arbeiten entstanden 2015 in Paris. Es sind sechs großformatige Holzschnitte, die kein eindeutiges Motiv erkennen lassen. Die Farben, Formen und Strukturen sind hier das Thema.
Jim Dine hat mit verschiedenen Druckwerkstätten und Meisterdruckern gearbeitet. Häufig entstanden Arbeitsbeziehungen, die viele Jahre währten. Die Arbeit mit den Experten, das Abgeben eines Teiles der Verantwortung, das sich entwickelnde Vertrauen und die dabei entstandene Kameradschaft schätzt er sehr, auch als Gegengewicht zur „einsamen Arbeit des Malers“. Sein druckgrafisches Werk umfasst inzwischen mehr als 1000 Arbeiten.

Die Ausstellung ist in Themenräume gegliedert. Themen, die sich durch Jim Dines umfangreiches Werk ziehen. Das Motiv Herz ist sicherlich eines der populärsten. Das Herz gilt in unserem Kulturkreis als das Organ, das den Menschen zur Liebe befähigt. Hier knüpft Jim Dine an, nimmt das Symbol mit großem Wiedererkennungswert jedoch auch als Ausgangspunkt für gestalterische Experimente.
Der Selbstdarstellung als Selbstporträt , als Schädel aber auch in den Darstellungen des Bademantels, den er schon sehr früh als Platzhalter seiner selbst etablierte, kommt große Bedeutung zu.
Die Darstellung von Werkzeugen, die Arbeit mit und Bearbeitung von vorgefundenen Bildern, die Kombination von Wort und Bild, die Auseinandersetzung mit literarischen Themen, die Beschäftigung mit Skulpturen der Antike, die Hinwendung zu Natur und Landschaft, sind die großen Themengruppen.
Das Themenspektrum hat dazu geführt, dass Jim Dine häufig der Pop Art zugerechnet wird. Diese Zuschreibung lehnt er kategorisch ab und hält sie für ein „völliges Missverständnis meiner Arbeit“. Die Pop Art beschäftige sich mit dem Äußeren der Dinge, während ihn das Innere interessiere.

Jim Dine sprach mit Tobias Burg, dem Kurator der ausgezeichneten Ausstellung, über die Liebe zur Druckgrafik. „Printing is as important than painting, a great thrill. I know how it will look like. The work gives me light and happiness.“

(Ulrike Liedtke)


 


 

Jim Dine
Druckgrafik
Folkwang Museum Essen
About the Love of Printing

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