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Der Kulturspaziergang

Richard Deacon: On The Other Side – Under The Weather

Zwei bemerkenswerte Ausstellungen sind auf der Raketenstation Hombroich und in deren unmittelbarer Nähe zu sehen. Die Langen Foundation stellt bis zum 5. März 2017 über 40 Skulpturen des Bildhauers und Turner-Preisträger Richard Deacon aus. In der Skulpturenhalle von Thomas Schütte werden bis Ende 2016 unter anderem neue Keramikarbeiten des Briten gezeigt.

Richard Deacon ist einer der führenden zeitgenössischen Bildhauer. Er arbeitet mit unterschiedlichsten Werkstoffen wie Holz, Edelstahl, Ton, Papier und verschiedenen Kunststoffen. In den neuen Keramikarbeiten spielt auch die Glasur eine bedeutende Rolle.

On The Other Side

Die Ausstellung in der Langen Foundation wurde in Kooperation mit dem Kunstmuseum in Winterthur konzipiert und gibt einen umfangreichen Überblick über Deacons Arbeiten des vergangenen Jahrzehnts. Seit den 1980er Jahren arbeitet Deacon mit den verschiedensten Materialien. Dabei interessiert ihn bis heute besonders, welche Eigenschaften und Möglichkeiten das Material ihm bietet. Indem er experimentiert, werden die Möglichkeiten und Grenzen der Materialien ausgelotet und ausgedehnt. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist die Skulptur „Orinoco“ (2007). Hier hat Deacon Holz mit Dampf bearbeitet, so dass es biegsam wurde und er das ursprünglich starre Material in eine fließend erscheinende Skulptur verwandeln konnte. Nach Deacons Aussage ist Orinoco „die lyrischste Skulptur“.

Wie Richard Deacon beim Rundgang durch die Ausstellung erzählt, geht es ihm um den Findungsprozess beim Arbeiten, um Grenzüberschreitungen. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Fachleuten unerlässlich, da deren Expertise beim Umgang mit den unterschiedlichsten Materialien gebraucht wird. Sowohl handwerkliche als auch industrielle Verfahren kommen zum Einsatz. Hierdurch haben sich intensive Arbeitsbeziehungen ergeben. Deacon bezeichnet sich gerne als „fabricator“.

Under The Weather

In der Skulpturenhalle von Thomas Schütte, ein wunderbarer Raum, werden neue Keramikarbeiten gezeigt, die „Flats“. „New ideas, new objects, a fresh show, important for an important invitation“. So eröffnete Richard Deacon den Rundgang durch die Skulpturenhalle.

Die „Flats“ sind flache Keramiken, eigentlich Sockel, die aber nicht von Skulpturen besetzt werden, durch farbige Glasuren werden sie selbst zum Kunstwerk. Liegende Bilder aus Ton. Richard Deacon ist kein Maler, so ist die malerische Glasur nicht das Ergebnis einer Komposition, auch hier ist das Experiment, der Prozess des Auftragens und Brennens entscheidend. Bewusster Farbauftrag und überraschende Effekte durch Veränderungen der Farben beim Brennen spielen hier zusammen.

Große vertikale Skulpturen aus Stahlrohren, die „Customs“, stehen zwischen den „Flats“. Die geschliffenen Oberflächen schimmern in der natürlichen Beleuchtung, die die Skulpturenhalle bietet.

Richard Deacon wurde 1949 in Wales geboren und studierte unter anderem an der St. Martin's School of Art und am Royal College of Art. Dort gehörte er bereits sehr früh zu den kreativsten Künstlern des UK zusammen unter anderem mit Tony Cragg. Von 2009 bis 20015 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf und wieder Kollege von Cragg, der von 2009 bis 2013 dort Rektor war.

On The Other Side
4. September 2016 bis 5. März 2017
Langen Foundation

Raketenstation Hombroich 1
41472 Neuss

Under The Weather
4. September 2016 bis Ende 2016
Skulpturenhalle
Lindenweg, Ecke Berger Weg (Nähe Raketenstation)
41472 Neuss/Holzheim

(Ulrike Liedtke)


 


 

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