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Business-on.de Interview

Die besten Abgeltungssteuerstrategien

Zu Beginn des Jahres 2009 erhebt der Staat die neue Abgeltungssteuer. Worauf muss man achten? Was können Anleger tun? Business-on.de sprach mit Thomas Lau, Honorarberater für Vorsorge und Vermögen.

Business-on.de:  Ab dem 1. Januar 2009 erhebt der Staat die neue Abgeltungssteuer . Worauf ist diese fällig?

Thomas Lau:  Zahlen muss sie jeder Steuerpflichtige, der Erträge aus Kapitalanlagen erzielt. Pauschal und unabhängig von der Haltefrist werden alle Kursgewinne, Zinsen und Dividenden mit 25% Steuern plus 5,5% Soli-Zuschlag und ggf. Kirchensteuer (insgesamt rund 29 % der Erträge) belegt. Lediglich Investments, die bis Ende 2008 getätigt wurden bzw. werden, haben Bestandsschutz, und ihre Wertzuwächse bleiben dauerhaft steuerfrei, sofern diese Anlagen länger als ein Jahr gehalten werden. Zinsen und Dividenden dagegen unterliegen unabhängig vom Kaufdatum mit Beginn 2009 der Abgeltungssteuer.

Business-on.de: Was können Anleger tun, die nicht unnötig Steuer zahlen möchten?

Thomas Lau: Diese Anleger sollten ihre Finanzen nochmals rechtzeitig sehr sorgfältig unter die Lupe nehmen und die Investments strategisch so ausrichten, dass sie auch unter Berücksichtigung der neuen Abgeltungsteuer für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte gut aufgestellt ist. Dabei gilt: Je breiter gestreut ein Vermögen angelegt wird, desto besser. Erfahrungsgemäß machen Kursgewinne einen Großteil der gesamten Aktienrendite aus. Es empfiehlt sich daher, die Zeit bis zum 31. Dezember 2008 zu nutzen, um Gelder langfristig in Investments anzulegen, die über viele Jahre gehalten werden können.

Business-on.de: Was gilt es dabei zu beachten?

Thomas Lau: Zunächst ist sorgfältig zu prüfen, ob ein Produkt das hält, was es verspricht. Derzeit werden viele Anlagen mit dem Siegel „Abgeltungsteuerfrei“ angepriesen, die aber mit sehr hohen Gebühren verbunden sind und daher primär dem Anbieter und weniger dem Anleger nutzen. Beispielsweise können dazu klassische Dachfonds gehören, die zwar Steuern sparen helfen, aber wegen Ausgabeaufschlägen und Managementgebühren sehr hohe Kosten aufweisen. Daher sollte generell die Devise lauten: Erst prüfen, dann unterschreiben!

Business-on.de: Was sollten die tun, die damit allein überfordert sind?

Thomas Lau: Diese Anleger sollten sich gemeinsam mit einem Berater Gedanken darüber machen, wie das eigene Geld langfristig angelegt werden sollte, um von dem Bestandsschutz möglichst lange zu profitieren. Eine gute Strategie reduziert zudem Anlagefehler – und damit Verluste, Kosten und Steuern, weil später nicht ständig umgeschichtet werden muss. Honorar-Berater etwa haben gegenüber Bank- oder Fondsvertriebsmitarbeitern den Vorteil, dass sie unabhängig sind. Im Fokus steht ausschließlich der Kunde und die jeweilige Anlagestrategie - nicht die Provision der Produkte-Anbieter.

Business-on.de: Welche Produkte sind aus Ihrer Sicht zu empfehlen?

Thomas Lau: Zu einer guten Strategie gehören meines Erachtens so genannte ‚Exchange Traded Funds’ (ETF), die Indices wie den Aktien-Index DAX einszueins abbilden. Wie bei den klassischen Fondsprodukten gibt es auch bei den ETFs unterschiedliche Anlageklassen: Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs, Immobilien-ETFs oder Rohstoff-ETFs. So kann jeder abhängig von seiner Risikobereitschaft und Anlagestrategie investieren – und spart dabei enorme Kosten. Denn für ETFs braucht der Anleger keinen Ausgabeaufschlag zahlen. Bei herkömmlichen Fonds hingegen betragen diese Aufschläge bis zu 5% der Anlagensumme. Zudem sind bei ETFs die Verwaltungskosten deutlich niedriger.

Business-on.de: Das hört sich einfach an, ist es das wirklich?

Thomas Lau: Nicht ganz, denn auch bei ETFs kommt es auf die richtige Auswahl und die Mischung an. Generell gilt aber: Den Blick allein auf die Abgeltungssteuer zu richten, ist falsch. Entscheidend ist, wie hoch unter dem Strich die Nachsteuerrendite ist. Und dabei schneiden ETFs besonders gut ab, da sie per se die niedrigsten Kosten aufweisen.

Business-on.de: Wie kann eine gute Strategie aussehen, um die Abgeltungssteuer zu umgehen?

Thomas Lau: Als langfristiges Basisinvestment eignet sich beispielsweise der ETF-Dachfonds von Veritas SG Investment. Dabei handelt es sich um ein aktives Vermögensverwaltungskonzept, bei dem überwiegend in börsengehandelte Indexfonds (ETFs) investiert wird. Bei diesem ETF-Dachfonds profitiert ein Investor somit von attraktiven Investmentchancen, weltweit. Dieser Fonds gehört zudem zu den günstigsten Dachfonds-Produkten am Markt. Allerdings ist er nur über ein Mitglied des Verbundes der Honorarberater (www.vdh24.de) erhältlich.

Business-on.de: Was halten Sie von Geldanlagen unter einem Versicherungsmantel?

Thomas Lau: Ein Wertpapierdepot unter einem Versicherungsmantel empfiehlt sich nur bei langfristigen Anlagen. Innerhalb einer Police stehen meist für die Asset Allocation etliche ETFs und Fonds zur Verfügung. Die große Anlagevielfalt ist wichtig, um die Fondsauswahl maßgeschneidert gestalten zu können. Da die Kosten einen erheblichen Einfluss auf die zu erwartende Rendite haben, empfehlen sich hier ETF-Policen, da sie zu den besten und günstigsten Anlageprodukten am Markt gehören. Wie bei Dachfonds können jederzeit Fondsumschichtungen vorgenommen werden, ohne das die Abgeltungssteuer auf realisierte Gewinne fällig wird. Dieses eingesparte Geld verbessert erheblich den Zinseszinseffekt und sorgt für zusätzliche Rendite. Erst wenn die Versicherungspolice ausgezahlt wird, müssen die Erträge gemäß dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Business-on.de:  Also ist dies ein typisches Altervorsorgeprodukt?

Thomas Lau: Ja, zudem ist der Einsatz einer solchen Police für die Altersversorgung vielseitig. Ob als Basis-Rente (Rürup-Rente), ganz aktuell auch als Riester-Rente oder als betriebliche Altersversorgung über den Durchführungsweg der Direktversicherung – alle geförderten Wege können mit einer solchen Police abgedeckt werden.

Business-on.de:  Welche Tipps haben Sie noch parat?

Thomas Lau: Der wichtigste Tipp ist, sich nicht von der momentanen Abgeltungssteuer-Panikmache anstecken zu lassen und übereilt Verträge abzuschließen. Wichtiger ist es, zunächst noch in 2008 das Portfolio auf Zukunftstauglichkeit zu prüfen. Bei Angeboten sind die Investmentkosten und laufende Gebühren zu beachten, damit die Nachsteuerrendite stimmt. Die jeweilige Anlagestrategie sollte zur Risikobereitschaft des Anlegers passen. Eine Honorarberatung durch einen bankenunabhängigen Finanzprofi, der diese Aspekte und noch viel mehr beachtet, kann sich sehr schnell auszahlen.

Dazu unser Buchtipp:  „Finanzielle Freiheit 48plus - Anlagestrategien für Ihre schönsten Jahre von Thomas Lau

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(Redaktion)


 


 

Thomas Lau
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1 Kommentar

von Beobachter
25.09.08 13:22 Uhr
Tolle Idee

Sehr gutes Verfahren

 

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