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Die Immobilien-Kolumne

Die wachsende Stadt verlangt nach Fantasie

Die Stadt wächst, und wächst, und wächst…. Je nach Zählweise hat Düsseldorf inzwischen schon 620.000 oder gar mehr als 630.000 Einwohner. Flüchtlinge sorgen für weiteren – ungeplanten – Zuwachs. Bei diesem Wachstumstempo kann der Wohnungsbau nicht mithalten.

Aktuelle Zahlen des statistischen Landesamts geben einen deutlichen Hinweis auf Düsseldorfs Qualitäten: Weit mehr als die Hälfte der hier Arbeitenden pendeln täglich über die Stadtgrenzen ein. Die Stadt bietet viele und qualifizierte Arbeitsplätze – aber vergleichsweise wenig neuen Wohnraum.

Die Attraktivität Düsseldorfs hat ihren Preis. In den letzten Jahren sind zahlreiche großflächige Luxuswohnungen entstanden – auch der Nachfrage geschuldet. Günstiger Wohnraum, ob preisgedämpft oder gefördert, wurde dagegen vernachlässigt, obschon der Bedarf auch im wohlhabenden Düsseldorf groß ist.

Einige aktuelle Tendenzen auf dem Wohnungsmarkt der Landeshauptstadt:

  • Der Markt für Luxuseinheiten scheint sich der Sättigungsgrenze zu nähern (Allerdings bleiben Top-Angebote, beispielsweise mit Rheinblick, weiterhin gefragt – und teuer).
  • Die Nachfrage nach Einheiten zwischen 90 und 120 m2 steigt. Der Wohnraumbedarf bei Familie sinkt, Familien suchen aufgrund der hohen m²-Preise funktionaler und demnach auf geringerer Fläche.
  • Düsseldorf ist eine Single-Stadt – über die Hälfte der Haushalte sind Ein-Personen-Haushalte. Folge: Der Bedarf an kleinen Einheiten ist unvermindert groß.
  • Durch die neue FH verstärkt sich die Tendenz zu kleinen bzw. Kleinsteinheiten und zu WG-fähigen Einheiten.

Das ehrgeizige Ziel der Politik, jährlich 3000 neue Wohnungen zu schaffen, ist nicht nur eine quantitative Herausforderung. Die Heterogenität der Ansprüche ist ebenso zu bedienen wie die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten von Mietern und Käufern.

Soweit irgend möglich und vertretbar, müssen die Entscheidungsabläufe in Politik und Verwaltung beschleunigt werden – auch um die Investitionsbereitschaft von Entwicklern und Bauträgern zu fördern. Bebauungspläne und Baugenehmigungen sind ja kein Hexeneinmaleins.

So altmodisch es klingen mag, Fleiß ist gefragt. Und nicht zuletzt wird Fantasie verlangt, von Politik und Investoren.

Ich hätte da ein paar Fragen, die in die diese Richtung weisen:

  • Wie spüren wir die Baulücken in dieser Stadt auf – und wie schließen wir sie?
  • Wo sind die neuen Konzepte für die Aufteilung von Wohnflächen?
  • Wo und wie wird, außer bei einzelnen Renommierprojekten, die Umwandlung von (leerstehenden) Büroflächen in Wohnraum forciert?
  • Wie allmächtig sind bestimmte Tabus, wenn über die Neuerschließung von Flächen nachgedacht wird?
  • Welche Konversionsflächen können beschleunigt erschlossen und für Wohnungsbau benutzt werden?
  • Wie kann und will die Stadt direkt als Bauherr tätig werden, zum Beispiel mit Hilfe der Städtischen Wohnungsgesellschaft?

Ein paar gute Antworten täten Not!

(Maik Willmes)


 


 

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