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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Alkohol-Freigabe – wie man die Cannabis-Diskussion auf den Kopf stellt

In der "Rheinischen Post" las unser Kolumnist kürzlich einen Kommentar des für Landespolitik zuständigen Redakteurs Detlev Hüwel, der sich gegen den freien Verkauf von Cannabis richtete. Für diese Kolumne lieh sich Peter Jamin den Text und ersetzte das Wort "Cannabis" konsequent durch "Alkohol". Sollte vielleicht eher Alkohol als Cannabis verboten werden?

In mehreren Städten Nordrhein-Westfalens setzen sich die Grünen an die Speerspitze jener Bewegung, die die (weitgehende) Freigabe von Alkohol fordert. Sind es etwa dieselben Grünen, die sich noch vor wenigen Jahren massiv für ein striktes Rauchverbot in Cafés und Gaststätten eingesetzt haben?

Damals wurden - zu Recht - vor allem gesundheitliche Gründe in den Mittelpunkt gerückt. Und das soll bei Alkohol plötzlich nicht mehr gelten?

Niemand kann ausschließen, dass die verharmlosend so genannte "Alltagsdroge" beim alkoholisierten Konsumenten wie eine "Einstiegsdroge" wirkt und die Sucht nach mehr beflügelt. Seelisch labile Menschen könnten in einen Teufelskreis geraten, aus dem sie ohne fremde Hilfe kaum noch herausfinden.

Dem kann die Gesellschaft nicht tatenlos zuschauen. Das Alkohol-Verbot darf daher nicht gelockert werden. Das verquere Argument, die Wirklichkeit sei doch längst darüber hinweggerollt, zieht nicht. Kein Mensch käme auf die Idee, Wohnungseinbrüche oder Kfz-Diebstahl legalisieren zu wollen, nur weil es sich um weit verbreitete Delikte handelt.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                 Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte von Unternehmen und Werbe- und PR-Agenturen tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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1 Kommentar

von Tonio Atuanid
29.05.15 18:01 Uhr
Danke für diesen Artikel

Herzlichen Dank für diesen Artikel. Genau dies ist das Dilemma der Prohibitionsbefürworter, denn alle Argumente die gegen Cannabis zutreffen kann man genauso für Alkohol verwenden.
Leider ignorieren das viele oder reden sich das mit Pseudoargumenten schön, wie z.b. Alkohol gehört zur Kultur, Alkohol kann man auch zu Genusszwecken konsumieren, etc.

Gebetsmühlenartig wird immer betont die Gefährlichkeit von Alkohol würde keine Freigabe von Cannabis begründen. Warum aber dann Alkohol legal und Cannabis verboten ist kann keiner so richtig schlüssig begründen. Warum ein Argument für Cannabis gelten soll und für Alkohol außer Kraft gesetzt ist auch nicht.

Deswegen danke für ihren Kommentar und hoffentlich schneiden sich andere Reporter eine Scheibe ab und berichten endlich mal sachlich und objektiv über Alkohol und Cannabis.

 

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