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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Der dritte Weltkrieg beginnt - und wir flüchten nach Mallorca

Erst Krim-, dann Ukraine-Krise. Sollen wir uns schon Notrationen und warme Kleidung in den Koffer packen oder warten wir ab? Unser Kolumnist denkt an Flucht vor dem Dritten Weltkrieg.

Was machst du, wenn ein Krieg ausbricht, fragt Lydia.

Ich gehe nicht hin, könnte ich amüsiert antworten - doch ich sage: Ich fliege nach Mallorca.

Da wollen dann garantiert alle hin, meint sie, da ist dann kein Platz mehr für dich.

Ich verlasse mich darauf, dass ich Freunde auf Mallorca habe. Deutsche Aussteiger, die dort viele Jahre leben. Ehemalige Nachbarn, Spanier, mit denen ich mich gut verstanden habe. Da wird sich dann zeigen, ob die Freundschaften sich auch im Weltkrieg bewähren.

Für einen wie mich, der während der vergangenen 20 Jahre einen guten Teil seines Lebens auf Mallorca verbracht hat, ist die Balearen-Insel auch zu einem kleinen Stück Heimat geworden.

Hinter diesem kurzen Gespräch über die Flucht vor einem drohenden Krieg, verbirgt sich eine wachsende Unsicherheit. Die kriegsähnlichen Zustände in der Ukraine und die russischen Truppenbewegungen an der Grenze des Landes bereiten uns Sorgen: Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg als Folge der Krim- und Ukraine-Krise ist nicht nur in ersten Kommentaren in den Medien nachzulesen – sie ist auch in unseren Köpfen angekommen. Focus fragt: Wie weit sind wir von einem Dritten Weltkrieg entfernt? Wir fragen: Wie weit können wir flüchten, wenn es losgeht?

Müssen wir jetzt wirklich umdenken?

Jahrzehnte lange dachten wir, ein Weltkrieg wäre nicht mehr möglich - die ausgewogenen Kräfte der Weltmächte und Machtblöcke, internationale wirtschaftliche Verflechtungen und jede Menge Abrüstungsvereinbarungen schützten uns. 

Wir, die Nachkriegs-Generationen, konnten uns einfach nicht mehr vorstellen, dass es noch einmal zu einem Krieg in Europa kommen könnte.
Innerhalb weniger Wochen ist es dem russischen Präsidenten Vladimir Putin durch sein irrationales Krisenmanagement gelungen, uns dieser Illusionen zu berauben - allein dafür gehörte er hinter Gittern.

Wir hoffen, dass der Konflikt in der Ukraine gut ausgeht. Sonst gibt es in Düsseldorf bald mehr freie Wohnungen, als wir es uns wünschen, und Air Berlin kommt durch eine Luftbrücke von Deutschland nach Mallorca aus den roten Zahlen.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                               Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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