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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Die Altstadt-Legenden von gestern leben in Facebook wieder auf

Der Gründer des virtuellen IN-Treffs macht für die Altstadt-Legenden Nachtschicht

Vor allem lebt die Gruppe aber von ihrem unermüdlichen Gründer. Jürgen Meeske, ehemaliger Fortuna-Spieler, der über sein virtuellen IN-Treff im Internet sogar sein Golf-Hobby vernachlässigt. Der engagierte Düsseldorfer betreibt auf Mallorca im Bergdörfchen Soller sein Café Soller, wo ich ihn in dieser Woche besucht habe. Seit knapp drei Wochen sitzt er hier fast ununterbrochen vor seinem Computer und pflegt seine Kontakte zu den Altstadtlegenden: »Unvorstellbar! Innerhalb von wenigen Tagen haben sich mehr als 1000 Menschen angemeldet und reden mit, schicken Fotos und Gedanken.«

So sehen das auch seine Düsseldorfer Legenden. Eine Sabine Spie postet: “Schicke euch allen liebe Grüße und einen schönen Tag ... die Sonne lacht, auf der Seite ist der Düwel los und ich komm mit dem Lesen nicht mehr nach herzlichen Dank, was ihr macht und aufstellt ist Wahnsinn — fröhlich.” Meeske kann seinen Erfolg kaum fassen und überlegt bereits ein reales Treffen zu arrangieren, um den Kontakt zu intensivieren. Selbst nachts um vier kann man ihn auf seiner Facebook-Seite antreffen, um News von gestern möglichst noch heute unter die Leute zu bringen. Wieder einmal bestätigt sich, dass den Menschen kaum mehr Nachrichten so wichtig sind wie jene aus ihrem Dunstkreis, dem sogenannten sozialen Umfeld. Dabei ist es nicht einmal wichtig, dass die Menschen, über die geschrieben wird, prominent sind.

Allein die Tatsache, dass ihre Namen unter den Altstadt-Legenden auftauchen, macht sie wichtig. Sogar eine Liste mit unvergessenen Altstadtlokalen findet dann 70 mal ein “Gefällt mir” und mehr als 600 Leute kommentieren wie Heike Holz: “Kannst du bitte noch das "Paradiso" in deine Liste aufnehmen? Das war der Nachfolger der "Spitze" ... Und das "Sub" - ehemals "La Bamba" - hab' ich auch nicht gefunden ... Und dann war da noch das "Dröpke". Das war damals - muss so 1985 gewesen sein - die kleinste Kneipe der Altstadt, Andreasstrasse ... "Ballermann", "Oberbayern", "Holzwurm" und "Engel" - Ex Weisser Bär - konnte ich auch nicht finden ... Oder habe ich da was überlesen? Aber die Liste ist super. Ich habe einige Läden wieder gefunden, die ich schon fast vergessen hatte …”

Jürgen Meeske hat mit seiner Facebook-Seite einen Weg gefunden, die Kellner, Gäste und Wirte der längsten Theke der Welt aus der Anonymität heraus ins Rampenlicht zu stellen. Für ein, zwei, drei, vier, fünf oder fünfzehn Minuten wird hier jetzt jeder berühmt. Auch über mich gibt es unter den Altstadt-Legenden bereits einen kleinen Dialog a la: “… Peter Jamin ist Jahrgang 51, dafür sieht er - finde ich - auch noch recht gut aus. Nicht scharf, aber gut gehalten…”

Danke, Jürgen Meeske, so wurde ich dann doch noch für ein paar Sekunden berühmt.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                      Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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