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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Die Größe des Penis beim Frühstück

Gespräche und Diskussionen über unsere Sexualität sind ja immer noch nicht wirklich gesellschaftsfähig. Unser Kolumnist nimmt einen BILD-Bericht über die von Frauen bevorzugte Penislänge zum Anlass, sich Gedanken über die schönste Nebensächlichkeit der Welt zu machen.

Heute morgen überraschte mich eine Boulevardzeitung beim Frühstück im "Schiff Ahoi" mit der Schlag-Zeile: "Beim Penis kommt es DOCH auf die Größe an!“

Das Blatt berichtete über eine Studie, die das US-Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht hatte. Demnach sind Frauen doch scharf auf einen großen Penis und der Trost für viele, dass für das weibliche Geschlecht Größe und Länge des besten Stücks am Mann keine Rollen spielen, sei angeblich eine Lüge.

105 australische Frauen sind doch nicht die ganze Welt

Ich aß gerade zum Cappuccino ein wenig Rührei mit Bacon. Und ich muss gestehen, dass ich mich fast an der News verschluckt hätte und ER total eingeschüchtert war. Zumal mein Freund Friedhelm, der auf einen Sprung vorbeischaute, wohlwissend meinte: „Das ist mir schon oft bestätigt worden."

Nachdem er gegangen war, dachte ich noch ein wenig über die Meldung in der Boulevardzeitung nach und mir fiel auf, dass es sich dabei doch offensichtlich nicht um eine repräsentative Studie handeln könne. Denn letztlich waren von den australischen Forschern, die sich mit der Penisfrage befasst hatten, nur 105 Frauen befragt bzw. getestet worden. Ein bisschen wenig, um sich ein so abschreckendes Urteil über die Wirkung eines Penis auf die Frauen-Welt erlauben zu können.

Männer neigen dazu alles zu vermessen und zu wiegen

Meines Wissens sind da doch schon mindestens 1000 Frauen notwendig, die zudem dem repräsentativen Querschnitt der Weltbevölkerung entsprechen sollten, um eine wissenschaftlich fundierte Aussage machen zu können. Jedenfalls arbeiten Meinungsforschungsunternehmen mit dieser Größe.

So war ich also beruhigt, zumal ich mich auch noch daran erinnerte, dass ich mich schon in meinem Buch „Männer wollen immer, Frauen können immer“ mit dem Thema Penisgröße beschäftigt und damals mit einem Hinweis des leider zu früh verstorbenen Frauenverstehers und Schriftstellers Ernest Hemingway getröstet habe. 

Das Sachbuch, das sich mit der Sexualität des Mannes befasst, habe ich gemeinsam mit einem Freund, dem Urologen Professor Dr. Thomas Vögeli, geschrieben. Darin haben wir bemerkt: „Alles wird heute ausgemessen, gewogen und für gut oder schlecht befunden. Die Höhe des Kontostands, die Quadratmeterzahl des Eigenheims oder die Länge der ersten selbstverdienten Motoryacht – die Statussymbole, mit denen der Mann sich schmückt, sind immer groß, größer, am größten. Und auch, wenn es um ihre Körper geht, sehen Männer Vorteile, wenn etwas größer oder stärker ausgebildet ist als bei anderen Geschlechtsgenossen. Dieses Verhalten ist wohl ein Erbe der Evolution, denn auch in der Natur haben äußerliche Merkmale durchaus ihren Platz im zur Paarbildung und Fortpflanzung notwendigen Balzverhalten. Besonders der Penis und der erigierte Penis spielen in der Selbstwahrnehmung des männlichen Geschlechts eine große Rolle, und es ist nur normal, wenn der Mann die Größe seines Geschlechtsorgans mit besonderer Hingabe betrachtet – und manchmal mit Sorge".


 


 

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