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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Die Kommerzialisierung der Kunst - Künstler als Marketing-Opfer

Bücherbummel an der Kö: Ausverkauf der Ladenhüter und Schriftsteller am Fließband

Beim so genannten "Bücherbummel an der Kö" werden die Buchhändler ihre Ladenhüter los und Schriftsteller am Fließband vorgeführt. Für ihre Lesungen am Verlagsstand erhalten sie kein Honorar, die Verlage allerdings für diese Programme eine Standgebühr-Ermässigung vom Veranstalter des "Bücherbummels".

Ich selbst saß vor einigen Jahren als Autor an einem Stand und las zur Belustigung der Massen honorarfrei. Die Krönung war am Ende des Bücherbummels ein Ausstellerabend, zu dem die Schriftstellerinnen und Dichter, die für die Buchhändler angeschafft hatten, nicht eingeladen waren.

Auch Künstlerkneipen schwimmen auf der Welle mit

Cafés, Restaurant und so genannte Künstlerkneipen neigen dazu Schriftsteller und Maler vor ihre Marketing-Karren zu spannen und aus Bücher lesen oder Bilder auszustellen zu lassen - selbstverständlich meist ohne Honorar. Schließlich könne der Künstler ja bei dieser Gelegenheit seine Werke verkaufen oder PR für sich machen.

Ausnutzer (im Volksmund: Gönner) von Künstlern gibt es viele: So manche Künstler, die sich für Politiker im Wahlkampf einspannen ließen, mussten nach der geschlagenen Schlacht feststellen, dass sie nur mehr preiswerte Stimmvieh-Köder waren. Jobs und Honorar erhielten später andere.

Gewinner sind, wie so oft, vor allem die Geschäftemacher

Im Massenbetrieb der kommerzialisierten Kunst bleibt für den einzelnen, vor allem den unbekannten Künstler kaum noch Luft zum Atmen. Kaum einer hat die Chance aufzufallen oder eine akzeptable Bühne zu finden. Gewinner sind in erster Linie die Geschäftemacher, die an diesen Massenprojekten Anteil und von ihnen Vorteile haben: Image, persönliche Profilierung, Umsätze.

Der Künstler sitzt am Abend nach dem Kunstereignis zu Hause in seiner kleinen Küche und isst einen Teller Spaghetti oder trinkt in seinem Stammcafé einsam einen Cappuccino.

Bis nächsten Freitag. Auf einen geselligen Cappuccino...
                  Ihr Peter Jamin                            

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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