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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Ein küssendes Paar in Paris - Und mit Liebe gegen den Hass

In diesen Zeiten ist der Hass zwischen vielen Menschen sehr groß. Terror-Islamisten, Donald Trump, AfD und andere Zeiterscheinungen sind dafür die Ursachen. Unser Kolumnist versucht mit ein paar Gedanken über die Liebe gegen den Trend zu schreiben.

Lassen Sie uns über die Liebe sprechen. Gerade war ich in Berlin und habe mir im Martin-Gropius-Bau die Ausstellung des Fotografen Robert Doisneau angesehen. Das ist der Franzose, der das berühmteste Liebesfoto der Welt gemacht hat: Ein junges Paar küsst sich leidenschaftlich im Strom der Menschen vor einem Café in Paris.

Auch las ich bei Zeit-online die Geschichte über einen deutschen Atheisten mit christlichen und jüdischen Wurzeln, der sich vom Mufti von Tunis aus Liebe zu seiner großen Liebe, einer Muslimin, zum Muslim machen ließ.

Zwei große Liebesgeschichten – unter Milliarden von Liebes-Ereignissen auf der Welt.

In Sachen Liebe Experten - in Sachen Kommunikation eher nicht

In Fragen der Liebe sind wir ja alle Experten. Für jene zwischen Mann und Frau fast jeder, für Liebe allgemein ohnehin. Und doch sind wir uns der wahren Liebe selten sicher, und wir schreiben immer seltener Liebesbriefe. Stattdessen bedienen wir uns jetzt der Emojis - ein Zeichen sagt da mehr als tausend Worte. Auch sprechen Liebende nicht mehr so viel miteinander. SMS, Twitter haben das heiße Telefongespräch abgelöst.

Eigentlich könnte ich meine Kolumne an dieser Stelle beenden – es ist ja über Liebe bereits alles geschrieben. Trotzdem ist die Liebe ein endlos herausforderndes Thema für Autoren.

Wir lieben Städte, Frauen, Männer, Tiere, Wohnungen, Urlaubsorte, Horrorfilme, Autos, Kinder - und selbstverständlich Liebesfilme und -romane.

Manche lieben auch Stinkkäse und Schwimmen im eiskalten See. Und andere lieben sogar den Krieg und das Töten. Das sagt man zumindest Diktatoren, Terroristen und Mafiosi nach.

Das zeigt uns, dass es wohl nichts auf der Welt gibt, das zu lieben Menschen nicht fähig sind. Und selbst das, was die einen hassen, das lieben wiederum andere.

So ist Liebe nicht nur sehr menschlich, eine typisch menschliche Eigenschaft, sondern auch international, Geschlechter- und rassenübergreifend.

Selbst Nazis und Fremdenfeinde müssen zugeben, dass sie mit denen, die sie verachten und verfolgen so ein wichtiges Gefühl wie die Liebe gemein haben – auch wenn sie füreinander keine Liebe empfinden.

Es wäre für den Frieden auf der Welt nun also ratsam, dass wir die Liebe als Menschen- und Völkerverbindendes Element herausarbeiten und anerkennen.

Vielleicht sollte es für den Fortschritt in dieser Disziplin ein Liebesministerium in Berlin geben, eine EU-Liebeskommissarin und einen Liebesbotschafter mit Sitz in den Vereinten Nationen.

Liebe kontra Hass. Möglicherweise könnte da die Pharmaindustrie helfen - Pillen zur gemeinsamen Liebesfähigkeit entwickeln und der Menschheit als Kopfschmerztablette unterjubeln.

Aber viele Menschen meinen ja, dass man Hass nicht mit Liebe bekämpfen kann. Vielleicht haben wir nur noch nicht die richtige Formel dafür erfunden.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                           Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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