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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Ein neues Logo für :D – und wie die Leute darauf reagieren

Wird Düsseldorfs neuer Oberbürgermeister Geisel das lächelnde :D-Logo der Landeshauptstadt durch ein neues Markenzeichen ersetzen oder wird er es lächelnd ignorieren? Unser Kolumnist macht sich Gedanken darüber – wie manche Politiker auch.

Die Diskussionen um das Logo der schönen Landeshauptstadt Düsseldorf, dieses verwurschtelte Smiley ":D", sind schon lange verstummt - zumal man es im Alltag auch nicht wirklich wahrnimmt. Doch an den Stammtischen mancher Politiker werden jetzt schon erste Überlegungen geäußert, ob und wann denn nun der neue Oberbürgermeister Thomas Geisel das D-Logo mit seinem berühmten Lächeln kippen wird.

Die Frage ist allerdings, ob es wirklich schlau wäre, nun noch ein neues Logo für Düsseldorf zu entwickeln. Immerhin kostet das ein paar hunderttausend Euro, die man besser für die Schul-Infrastruktur oder die Erweiterung des durch ein Unwetter angeschlagenen Baumbestandes verwenden könnte. Auch sind wir Düsseldorfer doch die unsäglichen Logo-Diskussionen leid, und schließlich ist bei uns im Rheinland doch der Name Programm: "Düsseldorf" ist das beste Logo, ganz besonders, wenn man es jetzt auch noch mit zusätzlichen sozialen Inhalten wie bezahlbaren Wohnraum oder Stadtteil-Renovierungen aufpeppt.

Logo-Diskussionen können im übrigen schnell zum Eigentor werden. Zur Erinnerung: "Die von BBDO für die Stadt entwickelte Marke ist vorher schon anderen eingefallen. In Dubrovnik nutzt ein Souvenir-Händler das selbe Symbol, die Dasa (Deutsche Arbeitsschutzausstellung) in Dortmund und in einer Dänemark-Werbung taucht es auch auf", notierte die "Rheinische Post" damals. In einem Kommentar dazu lästerte ein Leser: "Mit ein bisschen Brainstorming kommt man noch auf mehr tolle Städtelogos wie Düsseldorf :D - Mannheim # - Offenbach :O - Potsdam :P - Iserlohn :I"

Zur Abschreckung möchte ich auch von einer neuen Logo-Diskussion berichten. Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels berichtete im Internet gerade über das neue Logo des Buchverlags Blanvalet: Es wurde modernisiert, indem man auf den bisherigen Balken verzichtete. "Das neue Logo wirkt jetzt etwas feiner, jünger und nicht mehr so schwer, wie noch in dem schwarzen bzw. weißen Balken", heißt es im Newsletter des Börsenvereins. In Kommentaren auf der Home machten sich die Leser allerdings gleich über die neue Entwicklung lustig: "O Gott, was die Branche so bewegt!", "Ich selbst bin schockiert von dieser dramatischen Innovation. Es wird sicher einige Jahre brauchen, bis ich mich daran gewöhnt habe", "Mir gefriert das Blut in den Adern. Was für ein radikaler Schritt", "Damit ist Blanvalet ein Vorreiter in Sachen moderner Logoinszenierung. Ein wahrer Trendsetter der Gestaltungsbranche".

Logo, dass man nach solchen Reaktionen zu dem Schluss kommt: Es gibt wichtigere Themen für Diskussionen in Düsseldorf als ein neuer Streit über ein neues Logo.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                               Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte von Unternehmen und Werbe- und PR-Agenturen tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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