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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Gastarbeiter-Programm für die Pflege

Wir brauchen ein neues Gastarbeiter-Programm für die Pflege in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, meint unser Kolumnist Peter Jamin. Wie in den 1950er bis 1970er Jahren. Als unsere Wirtschaft auf Hochtouren lief und dringend Bergarbeiter, Stahlarbeiter, Müllmänner und andere Arbeitskräfte suchte. Damals fand die Wirtschaft gemeinsam mit der Bundesregierung die Leute in Ländern des Mittelmeerraums.

Jetzt braucht Deutschland eine neue Gastarbeiter-Initaitive gemeinsam von Gesundheitswirtschaft und Bundesregierung. Denn was man für Wirtschaftsunternehmen auf die Beine stellen konnte, sollte doch für die kranken und hilfebedürftigen Bürger in Deutschland erst recht möglich sein.

Wirtschaftswunder dank Ausländern

Erinnern wir uns: Bis 1973 hat Deutschland rund 2,6 Millionen ausländische Arbeitnehmer aus dem Mittelmeerraum in die Bundesrepublik geholt. "Die 'Gastarbeiter' übernahmen während des Wirtschaftswunders, aber auch in Zeiten der Rezessionen wichtige Ersatz-, Erweiterungs- und Pufferfunktionen", schreibt die Bundesanstalt für politische Bildung in einem Beitrag "Von der "Gastarbeiter"-Anwerbung zum Zuwanderungsgesetz".

Die Ausländerbeschäftigung sei in dieser Phase an den Bedürfnissen von Wirtschaft und Arbeitsmarkt ausgerichtet. Ohne den Einsatz der "Gastarbeiter" wäre das deutsche Wirtschaftswunder nicht in so kurzer Zeit erreicht worden.

Pflege aus Koma erlösen

Wie sieht es heute aus? Nicht Pflegenotstand, sondern Pflege-Katastrophe: Im vergangenen Jahr waren rund 36.000 Stellen in der Pflege nicht besetzt. Rund 50.000 Mitarbeiterinnen fehlen insgesamt in der Pflege. 8000 neue Arbeitskräfte will die #GroßeKoalition jetzt einrichten. Aber das ist bei weitem nicht genug.

CDU, CSU und SPD betonen in ihren Statements immer wieder die Bedeutung der Familien und vor allem der Schwachen in dieser Gesellschaft. Sollen Sie doch endlich das Problem richtig anpacken! Nicht kleckern, sondern klotzen. Deutschland würde ein solches Sonderprogramm endlich umfassend helfen.

Anwerbebüros im Ausland

In meinen Kolumnen habe ich die "Offenen Briefe" der Krankenschwestern Sonya Baier und Jana Langer an Bundesgesundheitsminister veröffentlicht. Die zwei Insiderinnen berichtet von Horrorszenarien in den Krankenzimmern:

  • "Menschen werden länger ins Koma gelegt und beatmet als nötig, weil keine Zeit ist, um den Patienten nach der Extubation engmaschig zu überwachen und ggf. durch unterstützende Maßnahmen die spontan Atmung zu verbessern."
  • Koma-Patienten und solche, die nicht in der Lage sind sich selbstständig zu bewegen, "liegen sich wund, weil keine Zeit da ist um die Patienten in regelmäßigen und notwendigen Abständen zu drehen".

Schluß damit! Die Bundesregierung sollte umgehend potentielle Flüchtlinge, die bereits in Deutschland leben, aber auch neue "Gastarbeiter" in Thailand, Indien, Afrika und anderen Ländern anwerben. Es ist ein Milliarden-Euro-Sonderprogramm aufzulegen: Ein neues #Zuwanderungsgesetz, neue Konzepte für eine schnelle Teil- und Voll-Ausbildung von Krankenpflegepersonal, Anwerbebüros in Deutschland und im Ausland, Taskforce für die Recherchen der größten Notstände, die umgehend beseitigt werden müssen.

Krieg gegen Pflegenotstand

Wer mit Milliarden die Banken und den Staat Griechenland retten und eine desolate, nicht einsatzfähige Bundeswehr finanzieren kann, sollte auch in der Lage sein das Heer der verwahrlosten Kranken in Deutschlands Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen zu retten.

Jetzt handeln, wir brauchen ein Gastarbeiter-Programm für die Pflege, Frau Merkel. Wir brauchen nicht noch einen "Runden Tisch", sondern tatkräftige Maßnahmen. Deutschland braucht einen echten Manager und keinen Sprücheklopfer wie Gesundheitsminister Jens Spahn in der Regierung.

Führen wir endlich einen KRIEG gegen den #Pflegenotstand. Und sollte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Problem nicht in den Griff bekommen, braucht die #Bundesregierung eben einen Pflegenotstandsminister, der das Gastarbeiter-Program für die Pflege durchsetzt.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                             Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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