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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Hochwasser & Überschwemmungen – Mehr Parks für die Städte

Eine neue Broschüre des Bundesinstituts für Stadtforschung macht jetzt eine grüne Idee populär: Die Städte benötigen mehr Parks und Grünflächen, um bei Starkregen die Wassermassen bewältigen zu können. Und gute Luft gibt’s gratis dazu, meint unser Kolumnist.

Sprechen wir doch heute ausnahmsweise einmal über das Wetter. Über schlechtes Wetter. Das ist notwendig, denn in letzter Zeit ist das Wetter wirklich schlecht und ich habe das Gefühl, dass nicht nur wir Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Behörden und Katastrophenschützer, Meteorologen und andere Wetterpropheten meist von schlechtem Wetter überrascht werden. Alle schauen dann wie ein Kaninchen vor der Falle zum Himmel und wenn es dann blitzt und donnert, beginnen sie emsig mit den Abwehrmaßnahmen. Konnte man sich nicht darauf vorbereiten? Wollte man es nicht?

Damit wir in den Städten in Zukunft nicht wie vom Donner gelähmt sind …

… wenn Wassermassen und andere Wetterkatastrophe wieder einmal über uns hereinbrechen, gibt es jetzt eine neue Broschüre des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Sie hilft Kommunen und Hausbesitzern, frühzeitig die eigene Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Ihr Inhalt bündelt zentrale Erkenntnisse und Produkte aus Bundesforschungsvorhaben verschiedener Ministerien. Die Sammlung von Beispielen in Kommunen und die Arbeitshilfen zeigen, wie sich durch Unwetter und Hitze auftretende Schäden an Gebäuden, Straßen oder Leitungsnetzen vorsorgend minimieren lassen.

Besonderes Augenmerk legt die Broschüre vor allem auf den Umgang mit Starkregen und Sturzfluten, wie wir es ja in den vergangenen Wochen immer wieder erlebt haben. "In Folge des Klimawandels wird es künftig immer mehr darauf ankommen, das Wasser in der Fläche zurückzuhalten, um die Kanalnetze zu entlasten", sagt BBSR-Experte Dr. Fabian Dosch. "Wasserspeichernde, unversiegelte Böden saugen Starkregen wie ein Schwamm auf, speichern ihn zwischen und leiten ihn nur langsam ab. Eine wassersensible Stadtentwicklung setzt vor allem auf Grünanlagen und Rückhaltebecken.“

Düsseldorf beispielsweise befindet sich da in einer guten Position:

Die Rheinwiesen fassen die Fluten des Flusses und bewahren die Landeshauptstadt vor großen Überschwemmungen. Doch darüber hinaus muss man feststellen: Wir brauchen insbesondere in den Großstädten so viele Parks und Grünflächen wie es nur geht. Auch in Düsseldorf, wo man beispielsweise in Nähe meiner Wohnung etwa im BelsenPark an der Hansa-Allee wieder viel Beton verbaut hat.

Aber so ist das ja: Beton bringt Kohle, Grün nicht.

In der Broschüre heißt es: „Innerstädtische Bereiche sind oft hoch verdichtet. Freiflächen sind hier begrenzt, müssen aber in stärkerem Maße als bisher Funktionen für die Anpassung an den Klimawandel übernehmen, damit Städte die Belastungen des Klimawandels bewältigen können.“ Ich halte das für eine gute Idee und fordere darum für meine Heimatstadt Düsseldorf: Asphalt raus, Grün rein – wo immer es geht. Denn das schützt unsere Keller nicht nur vor Überschwemmungen, sondern gibt uns auch bessere Luft zum Atmen.

Die Broschüre kann man sich übrigens hier herunterladen.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                   Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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