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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Jede Woche Anti-Dügida langweilt nur – mit mehr Kreativität gegen gesellschaftliche Fehlentwicklungen

Hört mit den langweiligen Demos gegen Dügida-Demos auf, meint unser Kolumnist: "Deutschland Land der Ideen" hat etwas Besseres verdient als Protestroutinen.

In dieser Woche fand wieder eine Dügida-Demonstration statt. Und natürlich eine Anti-Dügida-Demonstration.

Ich habe mich bereits nach der ersten Dügida-Gegendemo von solcher Art Protesten verabschiedet. Wenn man einmal zeigt, dass man gegen eine Entwicklung in einer Gesellschaft ist, reicht das. Zumindest sollte man mit mehr Phantasie und Ideenreichtum vorgehen, wenn man den Gegenprotest weiterhin aufrecht erhalten will. Jede Woche Anti-Dügida langweilt nur.

Ich schlage darum den Gegenprotestlern vor, doch endlich einmal über das bloße Reagieren endlich zum Agieren zu kommen. Was heißt das?

Die Gegenprotestler zur Pegida-, Legida- und Dügida- Bewegung sollten ihren Kopf gebrauchen und nicht länger den Rechten und ihrem Frustmob folgen.

Lassen wir uns doch etwas einfallen:

  • Die Kreativen könnten beispielsweise knackige Sprüche für einen Protest-Pkw entwickeln, die Autotechniker diesen Wagen aufmöbeln und die Autolackierer das Fahrzeug bemalen, und Projektmanager den Protestwagen der Allgemeinheit zur Fortbewegung zur Verfügung stellen.
  • Man könnte aber auch Busfahrten nach Tröglitz in Sachsen-Anhalt organisieren und die Demokraten dort bei friedlichen Spaziergängen gegen das Naziunwesen unterstützen.
  • Man könnte auch eine Anti-Dügaga-Zeitung entwickeln und diese in allen Düsseldorfer Haushalten verteilen - Werbemaßnahmen als Gegenprotest.
  • Fotografen, Schriftsteller, Maler und Schauspieler könnten sich zu einem Aktionstag finden und an einem zentralen Ort eine bunte politische Anti-Dügida-Unterhaltung bieten.

Die Bundesregierung und eine Reihe von Industrieunternehmen machen seit langem Werbung unter dem Motto "Deutschland Land der Ideen". Den Gegenprotesten zu den Pegida-, Dügida- und Legida-Demos fehlt es offensichtlich an Ideen. 

Aufbruchstimmung ist in Düsseldorf angesagt - gegen die verpeilte Rechte und verschrobene Fremdenfeinde.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                          Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte von Unternehmen und Werbe- und PR-Agenturen tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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1 Kommentar

von CJ
03.05.15 14:04 Uhr
Billige Ausrede

"...Autotechniker diesen Wagen aufmöbeln und die Autolackierer das Fahrzeug bemalen, und Projektmanager den Protestwagen der Allgemeinheit zur Fortbewegung zur Verfügung stellen"???

Hey, super: "Haste mal zweitausend Euro?" Wir sind leider kein städtisch alimentierter Design-Protest, der mal eben die Tausender für ein Projekt springen lassen kann, sondern ein Zusammenschluss von Menschen, die vor allem ihre eigene, ehrenamtliche Arbeitskraft einbringen können. Aber wir nehmen gerne auch Ihre Spende an.

Natürlich werden regelmäßig Künstler gebeten, mit uns gegen Dügida Aktionen zu machen. Die Resonanz könnte besser sein.

Aber schön, dass Sie es besser wissen, teure Ideen für uns haben und sich dann mal vorsorglich verpissen, weil unser Protest ja sooowas von last season ist.

Tut mir leid, aber mir scheint das doch wie eine recht billige Ausrede für Ihre eigene Bequemlichkeit. Besserwisserei hat noch kein Problem gelöst - Mitmachen! heißt die Parole.


LG
Christian Jäger

 

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