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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

KiK Rassisten weg – ein Unternehmen mit Mut

In dieser Woche macht die Kaufhauskette KiK ungewöhnliche Schlagzeilen. In einem Brief an eine Rassistin bezog das Unternehmen klar Stellung. Das gefällt unserem Kolumnisten natürlich. Er zeichnet KiK aus: „Ein vorbildlicher Staatsdiener.“

Nachdem das Unternehmen KiK in einer Broschüre unter der Headline „Wir lieben Eure Kurven“ ein schwarzes Modell abgelichtet hatte, protestierte eine Rassistin – sie empfinde bei diesen „dunklen Gestalten“ Übelkeit.

Die Reaktion des Unternehmens gefällt mir, denn man ließ die Briefschreiberin ordentlich auflaufen.

An diesem Brief sollten sich alle Unternehmen in Deutschland ein Beispiel nehmen – Kik antwortete: "Sehr geehrte Frau D., Sie haben sich beschwert, dass KiK mit dunkelhäutigen Models für seine Produkte wirbt. Das sei für Sie „völlig unverständlich“, diese „ekelerregenden Kreaturen“ würden Sie „wirklich nicht bei uns haben“ wollen, Deutschland sei „das Land der Deutschen“. Dürfen wir Sie auf eine kurze Reise durch unser Land mitnehmen? Wir starten in der Münchner Allianz-Arena, Bayern gegen Dortmund. 75.000 Fans jubeln Jérôme Boateng zu, dem vielleicht besten Verteidiger der Welt und Deutschlands Fußballer des Jahres. Nach dem Spiel haben wir Hunger. Also gönnen wir uns was Gutes – im Ruhrgebiet. Dort kocht der TV-Liebling und Sternekoch Nelson Müller sein legendäres Wiener Schnitzel. Auf dem Nachhauseweg drehen wir das Radio auf, Andreas Bourani singt unseren WM-Helden-Song: „Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben“.

...so frei, auf diesen Kunden zu verzichten...

Warum nennen wir Ihnen diese drei Beispiele? Weil die Hauptdarsteller dieser kleinen Geschichten eines gemeinsam haben: Sie sind dunkelhäutig. Und sie sind alle deutsch. Jeder Fünfte in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, wie die Bundeszentrale für politische Bildung errechnet hat. Das sind 17,1 Millionen Einwohner von insgesamt 81,4 Millionen. Bei KiK arbeiten Menschen aus mehr als 60 verschiedenen Nationen. Wir sind unter den Top 10 des deutschen Textileinzelhandels – und das verdanken wir auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund. Sie sind ein Grundpfeiler unseres Unternehmens. Für unsere Werbung wählen wir Models aus, die einen Querschnitt der deutschen und europäischen Bevölkerung abbilden. Und diese Bevölkerung ist bunt, vielfältig und spannend. Wir sind stolz darauf, dass sich Menschen verschiedener ethnischer Abstammungen mit unserem Unternehmen identifizieren und gern bei KiK einkaufen. Leider werden wir nicht jeden von unserer weltoffenen Haltung überzeugen können. Dann sind wir so frei, auf diese Kunden zu verzichten. Ihre KiK Unternehmenskommunikation"

Vermutlich hat die Briefschreiberin nicht gewusst, dass KiK die Initiative „Gesicht zeigen“ unterstützt: Sie wurde vom verstorbenen Präsidenten des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, und einigen Mitstreitern gegründet und KiK wirbt auf seiner Unternehmensseite um Mitglieder.

Ich habe mit Paul Spiegel, der in Düsseldorf lebte, immer wieder über Jahre zusammengearbeitet und die Initiative etwa durch Diskussionen oder Schreibwerkstätten in Schulen unterstützt.

Was die Initiative macht? Bitte sehr, unter gesichtzeigen.de heißt es: „Ein Verein, ein Team. Wir stehen und arbeiten für Respekt und Toleranz. Gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt. Wir geben unseren Themen viele Gesichter: Kampagnen, Fortbildungen, Veranstaltungen, Workshops. Wir sind in der Öffentlichkeit genau so aktiv wie an der Basis. Arbeit mit Schüler*innen, Lehrer*innen, Multiplikator*innen. Wir beraten und begleiten unsere Angebote – von A wie Ausgrenzung bis Z wie Zivilcourage. Wir leben Demokratie und arbeiten für die Stärkung der Zivilgesellschaft. Aktuell, politisch, interaktiv.“

KiK bedeutet übrigens: Der „Kunde ist König“. Ich finde: Und KiK ein vorbildlicher Staatsdiener.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                             Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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