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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Lahme Reaktionszeit der Stadtverwaltung – wie man Anfragen der Bürger beschleunigen kann

Der Umgang mit Behörden ist nicht immer einfach. Manche lassen auch gerne mal den Bürger schmoren, wenn er ein Anliegen hat, erfuhr unser Kolumnist, bei Anfragen an das Umweltamt.

Als ich mich vor etlichen Jahren per E-Mail bei der Stadtverwaltung Düsseldorf darüber beschwerte, dass vor meiner Haustür immer wieder Falschparker die Feuerwehrbewegungszone blockierten, meldete sich schon am nächsten Tag ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Der Mann wollte mich umgehend treffen und besprach mit mir vor Ort die Probleme. Als ich ihn fragte, warum er es mit einem persönlichen Treffen so eilig habe, meinte er, dass Oberbürgermeister Joachim Erwin von seinen Mitarbeitern verlange, auf Anfragen von Bürgern innerhalb von 24 Stunden zu reagieren. Das fand ich erstklassig.

Es galt einmal die 24-Stunden-Regel - lang ist's her

Unter Erwins Nachfolger, Oberbürgermeister Dirk Elbers, (das ist der, der mit 55 Jahren auf Staatskosten mit mehr als 4.000 Euro für sechs Amtsjahre in Rente geht) scheint sich nun wieder der Schlendrian eingeschlichen zuhaben. Denn dem neuen Oberbürgermeister Thomas Geisel kann man noch nicht anlasten, was ich jetzt mit dem Umweltamt der Stadt Düsseldorf erlebte.

So schrieb ich im Februar 2014 eine E-Mail an die Umweltbehörde und bat um Auskunft über die aktuelle Luft- und Lärmbelastung auf der Düsseldorfer Straße, an der ich wohne. Auf meine erste E-Mail reagierte die Behörde gar nicht. Erst als ich im April eine Erinnerung schrieb, erhielt ich drei Wochen später die Informationen.

Am 14. November vergangenes Jahres schickte ich nun wegen eines ganz anderen Themas eine E-Mail an das Umweltamt. In meiner Nachbarschaft wurde nämlich ein überwiegend aus Beton bestehendes Haus in maschineller "Handarbeit" per Presslufthammer in faustgroße Stücke gehäckselt. 

Die schweren Zerkleinerungshämmer arbeiteten mit ohrenbetäubendem Lärm wochenlang von morgens bis abends, und ich wollte vom Umweltamt wissen, ob das zulässig sei. Ich war der Meinung, dass man größere Betonteile doch in ein Gewerbegebiet transportieren und dort zerkleinern sollte.

Gegenmaßnahmen? Eine Antwort? Fehlanzeige!

Gerade in diesem Fall wäre eine umgehende Vorort-Besichtigung der Behörde notwendig gewesen, um Maßnahmen gegen den Lärm ergreifen zu können. Doch eine Antwort erhielt ich bis heute nicht.

Dagegen las ich kürzlich in der "Rheinischen Post", dass sich auch Nachbarn über den Baustellenlärm beschwert und "Die Grünen" das Thema mit zu einer Sitzung der Bezirksvertretung 4, für Oberkassel zuständig, mitgebracht hatten. 

Deren Fraktionsvorsitzender Markus Loh ist der Meinung, dass die Antworten der Stadtverwaltung in der Sitzung nicht ausgereicht haben, insbesondere "warum die Veränderung der Verfahrenstechniken zur Minderung der Beeinträchtigungen nicht doch schon früher umgesetzt wurden. Wir erwarten die Antwort hierzu in der nächsten Sitzung".

Grundsätzlich meint Loh allerdings auch: "Die Verantwortung liegt aber schließlich bei den Verursacher, also bei den Baufirmen, die sich nicht wirklich an die Auflagen gehalten haben."

Offensichtlich haben die kritischen Stimmen in der Bezirksvertretung und der Baulärm das Umweltamt nicht aufgeweckt. Auf meine Mail von November 2014 habe ich bis heute keine Antwort erhalten. 

Da gibt’s es nur eins: Oberbürgermeister Geisel sollte die von seinem Vor-Vorgänger Erwin eingeführte 24-Stunden-Regelung bei Bürgeranfragen in der Stadtverwaltung wieder einführen und Verstöße dagegen mit Schlafverbot bestrafen.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte von Unternehmen und Werbe- und PR-Agenturen tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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