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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Minister Spahn ohne Plan

Unser Kolumnist Peter Jamin findet, dass im "Sanierungsfall Kranken- und Pflegekräfte" von der Politik ein neues Denken gefragt ist: Es braucht eine Langzeitplanung mit entsprechenden Maßnahmen für die nächsten 10 bis 20 Jahre.

Ein junger Politiker wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wäre dafür gut geeignet und könnte ja mal weit über eine Legislaturperiode hinausblicken und die Gesundheitspolitik für Jahrzehnte gestalten.

Sicherlich haben viele Menschen in den vergangenen Wochen die Diskussionen um und mit dem neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verfolgt. Manche werden sich gefragt haben: Hat der Mann überhaupt einen Plan? Oder rotiert da ein Minister Spahn gar ohne Plan?

Auch ich habe mich das gefragt, und nachdem ich vor einigen Tagen ein wirklich leckeres Frühstücksei gegessen habe, schrieb ich an das Bundesgesundheitsministerium eine Mail. Ich wollte es genau wissen und fragte.

Mail an Bundesgesundheitsministerium:  "Ich habe zwei Fragen zu einem Thema, das ich in einer meiner nächsten Kolumnen im Internet-Wirtschaftsdienst business-on.de behandeln möchte. Wenn ein Manager in der Wirtschaft zwei desolate Unternehmensbereiche wie die Krankenpflege und die Altenpflege sanieren muss, entwickelt er einen Projektplan in dem

  • der IST-Stand (Mangelliste) dargestellt ist,
  • in dem eine Jahresplanung (5-10 Jahre) mit den einzelnen Schritten (Maßnahmen, Budget, Meilensteine) aufgeführt ist und
  • in dem das Ergebnis nach Umsetzung der geplanten Maßnahmen skizziert ist.

Frage 1:
Gibt es im Bundesgesundheitsministerium eine solchen Projektplan für die Bereiche Krankenpflege und Altenpflege?

Frage 2:

Könnten Sie mir diesen Projektplan zukommen lassen?"

Prompt Stellungnahme aus Berlin

Die Antwort aus der Presseabteilung von Minister Spahns Ministerium kam zu meiner großen Überraschung prompt, noch am gleichen Tag. Ich könnte ihnen, was viele Journalisten, also die aktuellen Nachrichtenvermittler im Tagesgeschäft, ja machen, den Text übersetzen. Also die Stellungnahme aus Berlin ein wenig schmackhafter aufbereiten und das Wichtigste herausfiltern. Doch das mache ich nicht. Ich bin Publizist. Das bedeutet, dass ich Texte veröffentliche, für die man sich schon etwas mehr Zeit, auch für eigenes Nachdenken, nehmen muss.

Ich veröffentliche also die Antwort des Ministers wortwörtlich, was ihn freuen wird. Sie meine Leserinnen und Leser vermutlich nicht. Denn man kommt beim Lesen zu der Erkenntnis - und meine will ich Ihnen hier vorab gerne verraten - dass Gesundheitsminister Jens Spahn keinen Sanierungsplan hat.


 


 

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