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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Minister Spahn ohne Plan

Keine Zielvorgabe für 20 Jahre

Wer die Antwort des Ministers bis zum Schluß gelesen hat, weiß nun, dass Spahn tatsächlich keinen Plan hat. Es gibt keine überschaubare Mangelliste, keine überprüfbaren Meilensteine, keine Budgetplanung, keine echten Zielvorgaben für die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte.

Wieder einmal wird die Öffentlichkeit von der Politik mit halbgaren Versprechungen und windigen Reparaturmaßnahmen abgebügelt. Dabei gibt es genug echte Zahlen und echte Anforderungen für die Spahns Gesundheitsministerium Lösungen im "Sanierungsfall Kranken- und Pflegekräfte" anbieten müsste.

Ein Bespiel: Laut Bundesregierung sind mehr als 35.000 Pflegestellen derzeit nicht besetzt. Schon in den nächsten sieben Jahren werden nach Expertenmeinung bis zu zusätzlich 100.000 Pflegekräfte in der Alten- und Krankenpflege benötigt, allein um den aktuellen Status quo in der Pflege zu gewährleisten. Wie will man diese zusammenbekommen? Und wie will man das Problem lösen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 voraussichtlich um ein Drittel auf 3,5 Millionen steigen wird und Experten dann mit bis zu 400.000 fehlenden Fachkräften in Pflege- und Gesundheitsberufen rechnen. 2030 - also in gerade mal 12 Jahren!
Politik muß neu denken

Welcher Manager in der freien Wirtschaft würde bei einem solchen Desaster allein in diesem Teilbereich des Gesundheitsbereichs auf einen tragfähigen Projektplan zur Sanierung verzichten? Die Politik braucht einen Sanierungsmaßnahmen- oder Projektplan für die nächsten 10 bis 20 Jahre und nicht allein für die laufende Legislaturperiode, also der Amtszeit der jetzigen Koalitionsregierung von CDU/CSU und SPD.

Neues Langzeitdenken ist jetzt dringend in der Politik gefragt. Kurzfristiges Flickwerk allein wie die angekündigte kurzfristige Rekrutierung von 13.000 neue Stellen für Pflegeheime lösen unsere Probleme nicht im "Sanierungsfall Kranken- und Pflegekräfte".

Ein junger Politiker wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte jetzt beweisen, dass er mehr kann als in Schlagzeilen für eine Wahlperiode zu denken. Er sollte weit über eine Legislaturperiode hinausblicken und die Gesundheitspolitik entsprechend für Jahrzehnte planen und gestalten. Solch ein Minister würde in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
              Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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