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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Mobil ohne eigenes Auto – Eine Erste Bilanz als Carsharer

Über Carsharing und die Vorteile wird ja regelmäßig in den Medien berichtet. Aber wer nutzt das Angebot wirklich? Wir sind froh, dass unser Kolumnist schon fast ein Jahr durchgehalten und auf einen eigenen Wagen verzichtet hat – und trotzdem positiv in die Zukunft blickt.

Mehr als zehn Monate ist es nun her, seit ich auf den eigenen Wagen verzichte. Und wie ist es mir bekommen? Sehr gut!

Sicherlich, gelegentlich gab es in meinem Leben als Carsharer Irritationen. Vor einiger Zeit habe ich bei eBay einen japanischen Paravent erstanden und musste ihn in Aachen abholen. Ich überlegte zunächst, mir dafür einen Leihwagen von Greenwheels zu mieten. Allerdings wusste ich inzwischen, dass der Lupo, der in Oberkassel steht, nicht groß genug für diesen Transport ist. Aber es gibt ja noch größere Fahrzeuge bei dem Carsharing-Unternehmen.

Doch man wird ja erfinderisch ohne eigenen Wagen. Mir fiel mein Freund Jürgen ein, der in Aachen arbeitet und in der Tat gerne für mich den Auftrag erledigte und das Möbelstück abholte.

Greenwheel für den Zahnarzt, den Koautor und die Lebensmitteleinkäufe

Für die Fahrt zu meinem Zahnarzt, der in diesem Jahr von Düsseldorf nach Viersen verzogen ist, oder zu meinem Koautor für eine Drehbuchbesprechung in Dinslaken miete ich jetzt einen Wagen von Greenwheels. Und wenn ich schon einmal auf Tour bin, arrangiere ich meine Fahrten so, dass ich große Lebensmittel-Einkäufe gleich mit erledige.

Auch habe ich schon mehrmals das Angebot von Rewe-online genutzt und mir Lebensmittel ins Haus bringen lassen. Ein bequemer Weg, denn die Ware wird mir bis auf den Küchentisch geliefert und kostet nur ein paar Euro Gebühr bei Lieferung in einem Zeitfenster von 2 Stunden.

Es darf auch mal etwas nobler sein...

Für geschäftliche Termine kann ich mir auch einen repräsentativen Wagen von Europcar mieten – die Filiale liegt vier Bahn-Haltestellen entfernt. Kürzlich buchte ich mir einen Mercedes, als ich mit SAT.1 Dreharbeiten in der Nähe von Aachen hatte. 59 € kostete das Fahrzeug für einen Tag.

Für kurze Strecken im Stadtteil oder in der City nehme ich das Fahrrad, bei Regen gerne auch Fahrzeuge von Car2Go oder DriveNow.
Bus und U-Bahn zählen ohnehin schon seit vielen Jahren zu meinen bevorzugten Fortbewegungsmitteln wie auch die Züge der Bundesbahn. Das neue Happy-Hour-Ticket der Rheinbahn bietet ein besonderes Vergnügen: Man kann immerhin für 2,99 € von abends 18 Uhr bis morgens um 6 quer durch die Stadt fahren so oft man will.

Und die Bahn bietet ja immer wieder auch Sparpreise an, die unschlagbar sind. Im März fuhr ich zur Leipziger Buchmesse für sage und schreibe 39 € – natürlich hin und zurück. Mit meinem 5er-BMW hätte mich die Fahrt etwa 200 € gekostet.

Jamin spart, die Umwelt profitiert

Schon nach fast einem Jahr als Carsharer sehe ich an meiner Kostenaufstellung, dass ich erheblich Geld spare, seit ich keinen eigenen Wagen mit TÜV und Reparaturen und Steuer und Versicherung versorgen muss.

Der Vorteil für die Umwelt liegt ohnehin auf der Hand. Vor einiger Zeit hat die EU-Kommission Deutschland wegen zu starker Luftverschmutzung verwarnt. In einem "letzten Mahnschreiben" wurde die Bundesrepublik wegen der "wiederholten Überschreitung von Grenzwerten für die Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid" zu Gegenmaßnahmen aufgefordert.

Für Stickstoffdioxid (NO2) gelten seit 2010 Grenzwerte in der gesamten EU. 40 Prozent der NO2-Emissionen stammen aus dem Verkehr, davon wiederum werden etwa 80 Prozent von Dieselfahrzeugen verursacht. Die Grenzwerte werden in 28 Gebieten in Deutschland überschritten, darunter Düsseldorf, Berlin, München, Hamburg und Köln.

Die EU-Kommission fordert Deutschland dazu auf, die Emissionen zu senken. Dies sei unter anderem durch die Verringerung des Verkehrs, der Verwendung anderer Brennstoffe sowie dem Übergang zu Elektrofahrzeugen und angepasstem Fahrverhalten möglich.

Als Carsharer, das kann ich unter dem Strich sagen, setzt man das Autofahren nicht nur bewusster ein, man hat außerdem noch mehr Spaß am Autofahren. Denn ich fahre meist die neusten Modelle mit besonderem technischen Equipment. Klar, gelegentlich führt das natürlich zu Irritationen. Man muss schon wachsam bleiben und dem technischen Fortschritt ein offenes Ohr und ein wachsames Auge bieten, denn die Ausstattungspalette in den Fahrzeugen verbessert sich rasant.

Der Vorteil: Ich muss mir keine Sorgen darüber machen, ob ich in zwanzig Jahren noch autotechnisch auf der Höhe bin: Die Carsharing-Unternehmen geben in ihren Fahrzeugen gerne mit neuster Technik an.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                        Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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