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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Prominente Steuerbetrüger stehlen unseren Kindern und Kindeskindern die Renten

Steuerbetrug durch Prominente ist immer wieder ein Thema, das vor allem in den Medien heiß diskutiert wird. Unser Kolumnist hat sich einige Fragen gestellt, um seine Meinung über Zeitgenossen zu schärfen, die ihr Finanz-Portfolio durch Schwarzgeld angereichert haben - und fand Antworten auf seine eigene Art.

Nein, Namen möchte ich heute nicht nennen, aber über Prominente schreiben, die Ihre Steuern nicht bezahlen:

Warum trifft uns der Steuerbetrug durch Prominente ganz besonders hart?

Prominente, etwa Journalisten, Politiker oder Fußballmanager, haben in unserer Gesellschaft einen Vorbildstatus. Die meisten Mitbürger erwarten von ihnen, dass sie ein Leben im Einklang mit gesellschaftlichen Regeln und Gesetzen führen und so vor allem jungen Menschen ein Vorbild sind. So gehen uns immer mehr Vorbilder verloren. Diese benötigen wir aber, um Orientierung und herauszufinden, welche Wertvorstellungen gelebt werden.

Warum werden Steuerbetrüger überhaupt verfolgt, können wir ihnen nicht das Vergnügen mit dem Schwarzgeld gönnen? 

Unsere Gesetze kennen keine Ausnahmen von der Regel. Vor dem Gesetz sind alle gleich unabhängig von sozialem Status oder Besitz.

Warum werden die Steuerbetrügereien nicht diskret, sondern oft in den Medien breit behandelt? 

In der Regel stehen Prominente gerne mit positiven Nachrichten im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Viele suchen geradezu diese Publikationsmöglichkeiten über die Medien. Es gibt keinen Grund für die Medien zu schweigen, wenn die Nachrichten über die Prominenten negativ sind.

Sind die Selbstanzeiger unter den Steuerbetrügern letztlich nicht doch ehrliche Menschen? 

Nein. Der Staat hat sich mit diesen Betrügern auf einen Kuhhandel eingelassen und erhält in der Regel nur einen Teil der Steuern, der ihm eigentlich zustände. Somit ist es für die Steuerbetrüger sogar noch ein gutes Geschäft, wenn er sich selbst wegen Steuerbetrug anzeigt. Ehrlich geht anders.
Was für eine Zukunft haben diese so an den Pranger gestellten Prominenten? 

Sie bleiben prominent. Wir vergessen - zum Glück für die Betroffenen - sehr schnell. Schon in wenigen Wochen werden wir die Steuerskandale der letzten Tage wieder vergessen haben, wenn uns nicht die Berichterstattung etwa über eine Gerichtsverhandlung wieder daran erinnert. Manche prominente Steuerbetrüger von gestern werden heute von bestimmten Gesellschaftskreisen oder auch Parteien wieder als Ehrenmänner und -frauen gefeiert.

Was bedeutet das Verhalten der steuerkriminellen Täter und Täterinnen für die Gesellschaft? 

„Jedes Jahr verlieren die Staaten der EU nach EU-Schätzungen rund eine Billion Euro durch Steuerhinterziehung und Steuervermeidung. Auf Deutschland bezogen sind das mehr als 160 Milliarden Euro“, sagte Finanzminister Norbert Walter-Borjans aus Düsseldorf. Das wäre mehr als genug Geld, um für beispielsweise für die Zukunft die Kinder der Steuerbetrüger und aller ehrlichen Deutschen ordentlich vorzusorgen und die Renten unserer Kinder und Kindeskinder für die nächsten Jahrhunderte zu sichern.

Haben wir das Recht uns moralisch über die Steuersünder zu erheben? 

Ja. Steuerbetrug ist eine Straftat. Behandeln wir die Täter also mit jener Verachtung, die wir auch anderen kriminellen entgegenbringen. Wer schmückt seine Party schon gerne mit einem Verbrecher.

Gibt es viele Steuerbetrüger?

Dem Reiz des Schwarzgeldes erliegen offensichtlich mehr Menschen als wir uns bisher vorstellen konnten. Darum: Seien wir misstrauisch gegenüber jenen, die uns großherzig von ihren Werten erzählen und mit guten Taten beeindrucken wollen. Insgeheim entwickelt sich in unserer Gesellschaft ein gefährlicher Egoismus der Besitzenden und Herrschenden. 

Welches Fazit ist aus den jüngsten Steuerskandalen zu ziehen? 

Schwarzgeldgeschäfte verschmutzen nicht nur weiße Westen, sie verdunkeln unsere Welt.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                             Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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