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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Roller-Raser auf dem Bürgersteig

Gestern saß ich auf der Terrasse des Bazzar Caffe hinter dem Carsch-Haus und beobachtete einen jungen Mann, der mit einem Elektroroller fröhlich und mit hoher Geschwindigkeit seine Runden drehte. Die Szene irritierte mich.

Ich fragte mich, wie lange es wohl dauern würde, bis der Roller mit einem Fahrrad oder einem Fußgänger kollidieren würde? Doch es passierte nichts, auch als der Rollerfahrer einem Kumpel das Gerät weiterreichte und dieser dann seine Runden über den Platz raste.

Roller erinnert an Kindheit

Wie werden uns an solche Szenen gewöhnen müssen. Denn die Roller wecken das Kind im Mann. Man erinnert sich doch gerne an seinen ersten Kinderroller. Und wie viel Spaß das Fahren damit gemacht hat.

Ich machte mir darüber keine weiteren Gedanken. Sicher fand ich es nicht richtig, dass erwachsene Männer ausgerechnet in einer Fußgängerzone ihren Erinnerungen nachrollern. Aber es gibt ja Schlimmeres - etwa wenn Fahrradfahrer auf schmalen Bürgersteigen fahren.

Spielzeug für Erwachsene

Zurück in meinem Lieblingswohnstadtteil Düsseldorf-Oberkassel wurde ich jedoch wieder an die Szenen in der Innenstadt erinnert. Da kreiste am Kiosk am Belsenplatz ein anderer junger Mann mit einem Mietroller über die Freifläche und steuerte das Gerät mehr oder weniger geschickt um die Fußgänger herum.

Jetzt sagte ich mir, dass wir es mit den Mietrollern des Verleihers Tier mit einer Attraktion zu tun haben, die uns noch Kopfschmerzen bereiten wird. Elektroroller werden eben nicht als ein Gerät betrachtet, das man mit Achtsamkeit durch den Verkehr steuert. Es scheint auch ein Spielzeug für Erwachsene zu werden.

Rad- und Rollerfahrer kollidiert

Diese Befürchtung wurde heute morgen bei der Lektüre der "Rheinischen Post" bestätigt. Die Zeitung berichtete, dass ein Roller-Fahrer mit einer Fahrradfahrerin kollidiert war und schwere Verletzungen davongetragen hatte. Offensichtlich war der Roller-Fahrer entgegen der Fahrtrichtung gerollert.

Nun mache ich mir natürlich Gedanken über die Folgen solch’ leichtsinnigen Verhaltens. Denn gerade in Oberkassel lieben es Fahrradfahrer, junge wie alte und vor allem alte, auf dem Bürgersteig zu fahren. Das Asoziale ist eben in vielen Menschen verhaftet.

Unfälle mit Roller-Raser

Wir müssen also davon ausgehen, dass sich in Zukunft zu den gefährlichen Fahrradfahrer*innen auf den Gehwegen vermehrt auch Roller-Raser*innen gesellen werden. Unfälle wird es geben. Vor allem werden sich aber viele Spaziergänger vor Fahrradfahrern wie Rollerfahrern ängstigen und sich über ihr rücksichtsloses Verhalten ärgern.

Jetzt muss die Polizei handeln

Was also ist zu tun? Es gibt gegen diese Verkehrsraudis nur einen Weg: Die Polizei muss mehr Kontrollen auf den Bürgersteigen in der Stadt ausüben und Protokolle ausstellen.

Wir brauchen also wieder vermehrt die Fußgängerstreifen. Polizisten, die mit Blick auf die Sicherheit im Verkehr zu Fuß ihre Runden drehen. Vor allem auf den stark frequentierten Bürgersteigen, den Flanierzonen unserer Stadt.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                          Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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