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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Rotlicht gegen zu viel Zucker – Lebensmittelindustrie sollte endlich die Ampeln anschalten

Soll uns der Staat im Supermarkt vor zu viel Süßkram schützen, fragte "Die Zeit" gerade in Pro- und Contra-Artikeln. Unser Kolumnist, selbst seit Jahrzehnten zuckersüchtig, empfiehlt eine Alternative: Verbraucherfreundliche Unternehmen sollen freiwillig Zucker- und Fett-Ampeln auf ihre Verpackungen drucken.

Die Diskussionen werden schon seit Jahren geführt – und sicherlich nicht in den nächsten Jahren beendet: Wie soll der Staat eingreifen, wenn die Gesundheit der Bürger gefährdet ist? Zuviel an Zucker und Fett im Lebensmittel verbieten oder zumindest eine entsprechende Warnung per Ampel auf den Verpackungen vorschreiben?

Rot für ein zu viel an Fett oder Zucker, Gelb für das Mittelmaß, Grün für wenig gesundheitsschädliche Inhalte im Lebensmittel - so könnten optisch attraktiv die Nährwertangaben auf den Verpackungen von Lebensmitteln gestaltet werden. Könnten!

Doch die Politik bewegt sich nicht, klagt nur über die ungesunde Ernährung der Bevölkerung und vertuscht ihre Untätigkeit bei den Ursachen mit millionenschweren Aktionsprogrammen bei den Folgen im Gesundheitswesen.

Signal an die Verbraucher: Einfach und wirksam

Dabei wäre die Lebensmittel-Ampel eine ebenso einfache wie wirksame Möglichkeit den Verbrauchern zu signalisieren in welchen Lebensmitteln zu viel an Zucker oder Fett beziehungsweise eine gesundheitlich vertretbare Menge vorhanden ist. 

In einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts befürworteten sogar 84 Prozent der Deutschen eine verpflichtende Nährwertangabe mit Hilfe der Farbsymbole einer Ampel. 14 Prozent wären mit einer Lösung auf Freiwilligenbasis einverstanden.

Diese Umfrage ist alt. Sie wurde im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch erhoben und von "Spiegel online" schon 2008 veröffentlicht. Passiert ist nichts.

Bevor weiterhin nur diskutiert und nichts getan wird, sollten sich jetzt wenigstens die an der Gesundheit der Verbraucher interessierten Unternehmen zusammenschließen und freiwillig die Lebensmittel-Ampel einführen. Die Industrie hat eine gesellschaftliche Verantwortung. Da sollte sie sich nicht immer damit herausreden, dass es keine gesetzlichen Vorgaben gibt.

Besser wäre eine Gesellschaft, die mit möglichst wenigen Gesetzen auskommt. 

Also Unternehmer, zeigt doch mal Engagement und eigene Stärke und lasst euch nicht immer wie Schlachtvieh an der Nasenstange von der Politik herumführen. Schaltet endlich die Ampeln an!

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                  Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte von Unternehmen und Werbe- und PR-Agenturen tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

Peter Jamin
Kennzeichnung
Zucker
Ampel
Verpackungen
Gesundheit
Fett

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