Sie sind hier: Startseite Düsseldorf Kolumnen Peter Jamin
Weitere Artikel
Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Sicherheit für 750.00 – Kann aus dem Japan-Tag eine Loveparade werden?

Sicherheitsbedenken werden ignoriert oder verdrängt

Ich habe in Büchern und Artikeln schon oft über die Opfer von Katastrophen bei Großveranstaltungen geschrieben: nicht selten hat man Sicherheitsbedenken im Taumel eines zu erwartenden Erfolgs des Events vorher ignoriert oder verdrängt.

Ich erinnere mich gut daran, dass es vor einigen Jahren zur „Größten Kirmes am Rhein“ in Oberkassel erst nach der Loveparade-Katastrophe zur Diskussion über die Sicherheit auf der Festwiese kam. Ich selbst war einmal am Ausgang Oberkasseler Brücke in einer Menschenmange eingeklemmt und brauchte fast eine halbe Stunde, um dem Massendruck zu entkommen; der Ausgang war damals durch Absperrgitter begrenzt und der Weg konnte die Menschenmassen nicht fassen. Mittlerweile wurde die Ausgang-Situation verbessert, die Laufwege entlang der Kirmesattraktionen wurden verbreitert.

Was hat das mit dem Japan-Tag zu tun, werden Sie sich fragen? Sehr viel, denn der Laufweg der 750.000 Besucher ist am Rheinufer begrenzt – durch den Fluss und die Kaimauer am unteren Rheinufer und durch die Häuserwände auf dem oberen Teil.


Eingeklemmte Rettungswagen, fehlende Rettungsschneisen

Wer, wie ich, von den Brücken aus die Menschenmenge am vergangen Wochenende sah, hatte ein ungutes Gefühl: Rettungswagen waren in dichtgedrängte Menschenmengen eingeklemmt, Rettungsschneisen waren nicht vorhanden.

Das sehen auch die Besucher so, die sich am Samstag inmitten des Menschengedrängels befanden und seit einigen Tagen im Internet eine Diskussion über die Sicherheit am Japan-Tag führen.

Da schreibt „Rose“, Mutter von zwei Kindern und Ehefrau eines Japaners, einen „Offenen Brief an die Veranstalter des Japan-Tages“:

„Sicherheit liegt mir als Mutter und Schwangere sehr am Herzen – und ganz ehrlich, von Sicherheit war nicht viel zu spüren. Das fing schon auf der Bahnfahrt an. Hoffnungslos überfüllte Bahnen und vor allem Bahnsteige, und meilenweit keiner, der sich um Ordnung und Sicherheit gekümmert hat (außer ein paar arme Bahnangestellte, die am Bahnhof und der Heinrich Heine Allee ihr Möglichstes versucht haben).

Angekommen stand man sogleich in einem Meer aus Scherben. Bierflaschen, Gläser, Müll. (...) Vier Sanitätsstände auf 750.000 Besucher. Meilenweit auseinander und keine sichtbaren Ansprechpartner in der Menschenmasse. Engpässe, wie die kleine Brücke, waren vollkommen unbeaufsichtigt. Teilweise brauchte man über 15 Minuten, um die Brücke passieren zu können. In der Hitze und eingeklemmt auf engstem Raum in dem Wissen, das selbst wenn Hilfe benötigt würde, diese einen nie im Leben rechtzeitig erreichen könnte.

Gibt es bei Ihnen eigentlich Organisatoren und Helfer, die sich zwischen den Besuchern bewegen, um im Notfall eingreifen zu können? Dies sind nur einige der größten Punkte, die uns, und vielen Gruppen in sozialen Netzwerken, sauer aufgestoßen sind.

Natürlich gab es auch vieles, wo wir eher an die Besucher als an die Veranstalter appellieren möchten – zum Beispiel wäre es schön, wenn im engsten Gedränge nicht geraucht würde. Auch Zigaretten auf Kinderhöhe gehalten müssen nicht sein. Schubsen und Drängeln bringt ebenfalls niemanden schneller weiter, und vielleicht sollte man dem ein oder anderen noch mal erklären, das man andere Menschen nicht angrapscht. Vor allem nicht in Intimbereichen.“

Die ganze Diskussion kann man hier verfolgen. 


 


 

Menschen
Sicherheit
Japan-Tag
Diskussion
Veranstalter
Laufweg
Brücke
Katastrophe
Düsseldorfer Marketing
Samstag
Offenen Brief
Loveparade
Peter Jamin

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Menschen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: