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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

So schön kann das Sterben sein!

Das Sterben ist ja für die meisten Menschen kein schönes Thema. Eigentlich will man sich mit dem Sterben - und den Folgen - nicht befassen. Doch unser Kolumnist Peter Jamin verspricht: man kommt nicht drumherum.

Wer sich mit dem Sterben nicht befassen und das dem Schicksal und seinen Krankheiten überlassen will, wird sich trotzdem mit seiner Beerdigung beschäftigen müssen. Die wichtige Frage: Wo will man später liegen?

Liegen nach dem Sterben

In der Erde? Im Wasser? In der Luft? Neben einem Baum? Im Eichensarg oder in einer Schlichtausführung? Als Asche oder als fester Körper? Es gibt viele Möglichkeiten.

Heute las ich in der "Rheinischen Post" einen Artikel über preiswerte Beerdigungen. Komplettpreis 850 Euro. Für eine Bestattung in einem niederländischen Naturbegräbniswald, Abholung, Nadelvollholzsarg, Beurkundung beim Standesamt, Kremation und Beisetzung.

Unter einer Wiese liegen

Bei diesem Ausblick auf eine preiswerte letzte Ruhe kann das Sterben doch richtig schön sein. Ehrlich - den Preis finde ich enorm sympathisch. Zumal ich mir auch ein Plätzchen in einem wilden Wäldchen wünsche. Ich schickte den Bericht der RP begeistert an einige Freunde. So preiswert kann das Sterben sein…

Es gab keine bösen Reaktionen. So gehe ich davon aus, das meine Freunde meinen Hinweis nicht als Aufforderung zum Suizid betrachteten. Schließlich wünschte ich Ihnen ja auch noch ein fröhliches Weiterleben.

Beerdigung gegen Organspende

Eine Freundin hatte sogar eine ergänzende Idee. Sie antwortete mir in einer Mail: "Die noch billigere Variante der Entsorgung unserer Körper ist die Körperspende!!!! Sie kostet gar nichts und alles wird organisiert & geregelt. Ich habe da einen persönlichen Kontakt ... falls es Dich interessiert."

Und während ich diese Kolumne schreibe, denke ich auch noch an die Organspende nach dem Tod. Das Thema wird ja zur Zeit wieder wegen einer bevorstehenden Entscheidung im Bundestag konträr diskutiert.

Viele verdienen am Tod

Ich selbst habe einen Organspende-Ausweis im Portemonnaie. Warum sollten die Krankenkassen mir und den anderen Organspendern nicht den Tod versüßen, indem sie Organspendern zumindest die Schlichtausführung einer Beerdigung bezahlen?

Ich könnte mir vorstellen, dass die Zahl der Organspender rasant steigen würde. Wir sind ja als Schnäppchenjäger konditioniert worden. Ich höre aber auch schon die Bedenkenträger: Man dürfe keine Geschäfte mit dem Tod machen…

Sterben muß preiswert sein

Wieso eigentlich nicht? Viele machen mit dem Tod ein Geschäft. Bestatter. Särgebauer. Grabpfleger. Notare, die Testamente aufsetzen. Beerdigungsredner. Kirchen. Krematorien. Warum sollen da nicht die direkt Betroffenen vom eigenen Tod profitieren?

Mein Fazit: Das Leben ist uns allen sicherlich sehr teuer. Das Sterben aber muss nicht teuer sein.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
           Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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