Sie sind hier: Startseite Düsseldorf Leben Live Glossen & Co.
Weitere Artikel
Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Unser neuer Oberbürgermeister ist ein Radfahrer – was für Folgen hat das für Düsseldorf?

Knapp 2000 Düsseldorfer RadfahrerInnen beteiligen sich an der Aktion Stadtradeln, die noch bis Ende des Monats läuft. Unser Kolumnist befasst sich u.a. mit den prominenten Radfahrern in der Landeshauptstadt.

Unser Oberbürgermeister ist ein Radfahrer. Das wird Folgen haben. Ist doch der Begriff des Radfahrers ein Synonym für Kriecher, Wurm, Steigbügelhalter, Mitläufer, Schleimer, Arschkriecher, Speichel- oder Stiefellecker.

Da können wir uns ja auf was gefasst machen, wird jetzt mancher denken. Aber keine Angst, unser neues Stadtoberhaupt hat im Wahlkampf und auch in den ersten Tagen seit seiner Amtseinführung gezeigt, dass er einen eigenen Kopf hat und im Zweifel auch in der Lage ist zuzutreten.

Diese Kraft in den Waden kommt vor allem den Fahrradfahrern in Düsseldorf zugute. Denn unser OB ist – wie gesagt – ein Radfahrer. Privat ist er schon länger gerne per Pedes unterwegs und dienstlich wird er nicht nur in einem energie-freundlichen Mercedes durch die Stadt kutschieren, sondern auch mit dem Fahrrad unterwegs sein. Sein Credo: „Das Fahrrad ist das umweltfreundlichste und gesündeste Fortbewegungsmittel.“

Dem Vernehmen nach wollen ja Gründezernentin Helga Stulgies, OB Thomas Geisel und Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller eine neue „Rads-Mehrheit“ bilden, um Düsseldorf zur fahrradfreundlichen Stadt zu machen. Schreibt jedenfalls der "Express".

Alle Meinungsmacher sollten in die Pedale treten

Das gefällt mir. Wir brauchen in Düsseldorf mehr Vorbilder, die sich zum Fahrradfahren bekennen. Museumsdirektoren. Werbe-CEOs. Vereins-Präsidenten. Schützen-Brüder. Bischöfe. Bankdirektoren. Theater-Intendanten. Landtagsabgeordnete. Ratsfrauen. Dezernenten. Industrie-Kapitäne. Chefredakteure. Kurz: Alle die in der Landeshauptstadt die öffentliche Meinung beeinflussen können, sollten umsteigen. Nur eine große, gemeinsame Bewegung wird helfen, dass die Düsseldorfer ihre Autos so oft wie möglich stehen und dem Umweltschutz den Vortritt lassen.

Der neue Oberbürgermeister hat hier also eine große Aufgabe – als Vorreiter auf dem Drahtesel – übernommen und wir Bürger sollten ihm folgen. In diesen Tagen läuft ja die Aktion "Stadtradeln", an der sich neben dem OB knapp 2000 Bürger beteiligen und ihre Strampelpfade im Internet registrieren (mehr Infos unter Stadtradeln.de). Ich selbst beteilige mich auch an der Aktion, bin aber gerade beruflich mit dem Pkw im Osten der Republik unterwegs.

Die Stadt will außerdem ein zusammenhängendes Netz von Radwegen auf Hauptstraßen schaffen. Es soll leicht identifizierbar sein, hohe Durchschnittstempi für die Radfahrer ermöglichen und gleichzeitig sicher sein. „Wir haben fast zwei Jahre an dem Konzept zum Radhauptnetz gearbeitet“, sagt Dezernent Keller.

Vielleicht gibt es ja bald auch den jährlichen OB-Radfahrer-Tag, an dem alle Düsseldorfer das Auto stehen lassen und nur per Rad fahren. Fahrradkette statt Lichterkette. 

Und vielleicht werden ja auch ganz neue Wege probiert – etwa einige, die ich bereits in einer meiner letzten Kolumnen vorgeschlagen habe:

  • Der neue Oberbürgermeister und seine Bürgermeister sollten eigene Dienstfahrräder erhalten, mit denen sie auch möglichst viele Termine wahrnehmen.
  • Düsseldorfs Ratsmitglieder sollten kostenfrei mit "Rat-Räder" ausgestattet und alle Verwaltungsmitarbeiter mit Zuschüssen zum Umstieg aufs Fahrrad animiert werden.
  • An zentralen Plätzen der Stadt sollten dominant-große Fahrrad-Parkplätze wie Leuchttürme errichtet werden.
  • Beim Neubau eines Hauses sollten die Bauherren nicht nur Garagenplätze, sondern je Wohn- oder Büro-Einheit zwei Fahrradstellplätze nachweisen müssen.

Ein Ideen-Wettbewerb, an dem sich Düsseldorfs Bürger beteiligen können, wäre auch gut. Und dann darf es natürlich nicht bei den Ideen bleiben. Treten wir also in die Pedale für eine fahrradfreundliche Stadt!

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                        Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte von Unternehmen und Werbe- und PR-Agenturen tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

Petzer Jamin
Bürgermeister
OB-Radfahrer-Tag
Aktion Stadtradeln
Bürger
Stephan Keller
Radwege

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Petzer Jamin" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: