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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Verzweiflung im Vatikan

Im Millionenheer jener Menschen, die jedes Jahr weltweit als vermisst gemeldet werden, sind nicht immer nur Menschen wie „du und ich“. Manchmal trifft das Vermissten-Schicksal auch Personen, die aufgrund ihres Berufs oder ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte als prominent gelten oder aufgrund besonderer Umstände sehr schnell in die Schlagzeilen der Medien geraten und so bekannt werden.

Das trifft zum Beispiel auf die Tochter Ylenia des weltberühmten italienischen Gesangduos Romina Power und Al Bano zu. Oder auf Regisseur Franz Martin Lang, der u.a. die Serie „Salto Mortale“ mit Freddy Quinn drehte. Er wird seit 1972 vermisst. Noch immer nicht aufgetaucht ist die damals 15jährige Emanuela Orlandi, die 1983 unter mysteriösen Umständen im Vatikan verschwand und um deren Schicksal sich sogar der Papst große Sorgen machte.

Besuch in New Orleans

Die Tochter von Al Bano und Romina Power wird seit Anfang 1994 vermisst. Ylenia studierte in den USA Literaturwissenschaften und wollte ein Buch über Schwarze in den Staaten recherchieren. Die letzte bekannte Station ihrer Rundreise war New Orleans. Hier lernte die 23jährige einen afrikanischen Musiker kennen, bei dem sie sich angeblich einige Tage aufhielt.

Seitdem haben die prominenten Eltern in Italien kein Lebenszeichen mehr von ihrer Tochter erhalten; die Suche der Eltern vor Ort und die der Polizei brachten kein Ergebnis. Romina Power in einem Interview: „Wir müssen versuchen, so normal wie möglich weiterzuleben.“

In Südostasien verschwunden

Der Regisseur Franz Martin Lang wird seit 1972 vermisst. Angehörige vermuten, daß sich der prominente Künstler in Südostasien befinden könnte. Hier wollte er damals einen Film drehen. Der 1920 geborene Dr. Franz Martin Lang wurde u.a. durch seine Serie „Solto Mortale“ bekannt.

Der Künstler war u.a. mit der 1993 verstorbenen Fernsehsprecherin Ursula von Munescul verheiratet. Langs Bruder Alexander gibt die Hoffnung nicht auf, seinen Bruder nach über zwei Jahrzehnten doch noch einmal wiederzusehen.

Beten für die Vermisste

Auf ein Wiedersehen mit der seit Juni 1983 vermissten Tochter Emanuela hofft noch immer die Familie Orlandi in Rom. „Wir beten für unsere Tochter, und sie wird zurückkommen, das spüren wir“, sagte der Vater, Ercole Orlandi. Die damals 15jährige verschwand, nachdem sie im päpstlichen Konservatorium an der Piazza Sant`Appolinare in Rom am Flötenunterricht teilgenommen hatte.

Gerade erst entdeckten Bauarbeiter bei Bodenarbeiten in einem Gebäude der Vatikanbotschaft in Rom menschliche Knochen. Sie werden nun untersucht. Es besteht der Verdacht, dass es sich um die Überreste von Emanuela handelt. Mehr hier.

Der Fall erregt immer wieder Aufsehen, weil der Vater als Postbote im Vatikan arbeitete und mit seiner Familie im Kirchenstaat wohnte. Der mysteriöse Vermisstenfall geriet fast zur „Staatsaffäre“, als der Vatikan mit Lösegeldforderungen erpresst wurde. Sowohl die Bemühungen hochrangiger Vatikanvertreter wie des italienischen Geheimdienstes hatten keinen Erfolg.

Emanuela Orlandi ist bis heute verschwunden.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                      Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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