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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Warum ich darüber nachdenke Verkehrsschilder zu fotografieren – und mich amüsiere

Unser Kolumnist bekam ein außergewöhnlich gutes Jobangebot: Für 20 Euro die Stunde Schilder fotografieren.

Der Mail-Spam bietet uns ja selten Gelegenheit zum Schmunzeln. Umso wichtiger ist es, die Gelegenheit dazu zu nutzen, wenn sich ein Anonymus einmal etwas hat einfallen lassen, das den Ärger über Spam mit einem Lächeln hinwegspült.

Gerade bot mir eine Wagner AG "ab sofort eine Stelle als "Prüfer / Fotograf (m/w)" an. Man sei "ein führendes Unternehmen und suche gerade aktive Kollegen zur Verstärkung unseres Teams in der EU. Ihre Aufgabe wird sich auf das Aufnehmen von nicht intakten Straßenschildern, Verkehrsschildern, Laternen und sonstigen öffentlichen Anlagen beschränken und kann direkt in Ihrer Stadt ausgeführt werden".

Für mich ist ein derartiges Jobangebot zwar sehr aberwitzig, aber ich bin mir nicht sicher, ob für die Europäischen Union nicht tatsächlich unsaubere Straßen- und Verkehrsschilder fotografiert und katalogisiert werden sollen. Denn EU-Beamten ist ja alles zuzutrauen. Sie machen ja sogar der Natur Vorschriften und legten Normen für die Krümmung von Stangengurken fest.

"Der Auftrag ist in ganz Europa angeordnet und derzeit unbesetzt. Der Arbeitnehmer hat keine Ausgaben und muss keine besonderen Kenntnisse haben. Die benötigte technische Ausrüstung wird von uns unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Der Verdienst beträgt durchschnittlich 20 Euro Brutto pro Stunde", heißt es in der Mail an mich.

Offensichtlich ist der Job auch nicht ganz ohne Anspruch, denn die Wagner AG schreibt weiter: "Sie meistern Ihre Aufgaben auch unter schwierigen und manchmal auch stressigen Abläufen, sind zielstrebig und sorgfältig, dann sind das sehr gute Voraussetzungen Ihre Bewerbungsinformationen an uns zu senden."

Nun ja, mit der deutschen Sprache hapert es noch ein wenig. Vermutlich handelt es sich bei den Firmeninhabern nicht um einen Zweig der berühmten deutschen Familie des Komponisten Richard Wagner.

Mich freut das Arbeitsangebot aber trotzdem. Schließlich bietet es mir nicht nur Stoff für diese Kolumne, sondern vielleicht auch für eine Kurzgeschichte. Ich habe vor vielen Jahren einmal eine Shortstory über den "Weiße-Streifen-Maler" geschrieben, den Mann also, der die weißen Streifen in ganz Deutschland auf die Straßen malt.

Es könnte eine Fortsetzung geben über einen Mann, der alle Verkehrsschilder in Deutschland fotografiert. Denn ehrlich: Welches Schild am Straßenrand ist denn ohne Makel. Es gibt viel zu tun, packen wir's an.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                                    Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte von Unternehmen und Werbe- und PR-Agenturen tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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