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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Was ich von einer Unterhose erwarte – und warum ich keine mehr von HUGO BOSS kaufe

Unser Kolumnist hat Probleme mit seinen Unterhosen und ärgert sich über den Herrenausstatter HUGO BOSS. Denn dessen Unterhose hat Buchstaben verloren...

Eigentlich wollte ich ja keine Unterhosen mehr von HUGO BOSS kaufen. Doch dann war ich wieder einmal in der Herrenabteilung eines Kaufhauses, und weil ich oder mein Unbewusstsein ohnehin von der Marke BOSS angesprochen werden, griff ich zu diesem Dreierpack mit Unterhosen.

Schon seit vielen Jahren bin ich mit Anzügen oder Jacketts oder Jeans dieser Herrenbekleidungs-Marke gut gefahren. Die Teile passten fast immer. Doch in Sachen Unterhosen hat die Firma echte Defizite.

Als ich gestern die erste dieser neu gekauften Herrenslips anziehen wollte, stellte ich fest, dass zwar in dem breiten Bund von vorne das HUGO BOSS gut zu sehen ist, aber hinten in der Mitte nur noch ein "HUSS" übrig bleibt. Das liegt an der mittleren Naht, die für eine Verkürzung von HU(GO-BO)SS sorgt.

Für den Namen wird viel Geld bezahlt

Von einer Markenfirma kann man jedoch verlangen, dass sie ihren Marken-Namen pflegt und ihn nicht verhunzt, wie es bei der von mir gekauften Kollektion nun passiert. Schließlich zahlt der Kunde viel Geld allein für den Namen. Ich mag es außerdem nicht, dass man mich von vorne als Boss betrachtet und von hinten als HUSS.

Offensichtich gibt es in dem Unternehmen Producer, die keine Unterhosen mögen (und vielleicht auch grundsätzlich keine tragen) und deshalb die Produktion dieser boykottieren. 

Denn der neuste Reinfall ist nicht der erste. Mit den Unterhosen von HUGO BOSS – und ich nenne den Namen heute so gerne, weil ich hier keine Schleichwerbung betreibe - hatte ich ohnehin schon mal meine Probleme. 

Bei einer Reise nach Berlin kaufte ich, wieder einmal auf die Schnelle im Vorübergehen, einen Dreierpack Unterhosen dieser Marke. Damals waren die aus einer Plastikmasse bestehenden Buchstaben HUGO BOSS offensichtlich aufgeklebt. Die Folge war, dass schon nach der ersten Wäsche einige dieser Buchstaben in der Waschmaschine verloren gingen. Auch dadurch wurde der Markenname, der ja gleichzeitig das Logo dieses exklusiven Weltunternehmens darstellt, arg verhunzt.

Damals war ich allerdings noch so naiv zu glauben, dass der Firma die Sache peinlich wäre und man mir ohne große Worte die aus der Fassung geratene Ware ersetzen würde.

Customer Service (= Kundendienst): Ein Briefwechsel in der Causa Unterhose

Ich schrieb also an HUGO BOSS folgenden Brief: "Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe vor zwei Wochen zwei Boss-Unterhosen bei Galeria Kaufhof in Berlin gekauft. Diese hatten vorn eine Art Plastik-Logo von Boss. Schon nach der ersten Wäsche sind Buchstaben abgefallen. Ich würde Ihnen gern ein Foto per Mail schicken, finde hier aber keine Adresse. Für mich ist es zu umständlich, einen Austausch bei GK vorzunehmen, wohne in Düsseldorf. Vielleicht interessiert Sie der Produktmangel und schicken mir zB eine Hose Größe 6 als Entschädigung." 

Doch statt mir die fehlerhafte Ware zu ersetzen, schrieb mir der Customer-Service von HUGO BOSS diese Nachricht: "Es freut uns, dass Sie sich für Unterwäsche aus unserer Kollektion entschieden haben. Daher bedauern wir es sehr, dass Sie Anlass für eine Beanstandung haben. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen gern versichern, dass unsere Stoffe, Zutaten und die gefertigten Modelle schon seit Jahren einer konsequenten Qualitätssicherung und -Kontrolle unterzogen werden. Daher können wir uns das, von Ihnen beschriebene, Problem mit dem abgelösten Logo nicht erklären. Gleichzeitig möchten wir um Ihr Verständnis bitten, dass wir Ihnen, ohne Ihre Hose gesehen zu haben, keine konkrete Stellungnahme per E-Mail zukommen lassen können. Wir können natürlich nachvollziehen, dass Sie eine direkte Abwicklung über uns bevorzugen würden. Da Sie Ihren Einkauf jedoch bei einem Händler getätigt haben, ist auch dieser für den After Sale Service und die Abwicklung Ihrer Reklamation verantwortlich. Es besteht auch die Möglichkeit, die zu reklamierende Ware per Post an den Fachhandel zu senden. Die weitere Bearbeitung wird dann automatisch vom Fachhändler eingeleitet. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Informationen weiterhelfen."

Eine Adresse des Kaufhauses in Berlin herauszusuchen, einen weiteren Brief zu schreiben, ein Päckchen zu packen und das zur Post zu bringen, war mir dann doch zu viel Aufwand. Ich trennte also die übrig gebliebenen Buchstaben des Logos von den Unterhosen ab – was innerhalb weniger Sekunden gelang – und vergaß die Sache.

Bis ich jetzt erneut Unterhosen von HUGO BOSS kaufte. Ich denke, es war das letzte Mal.

Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                                    Ihr Peter Jamin

Unser Autor ist Schriftsteller, Journalist und als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte von Unternehmen und Werbe- und PR-Agenturen tätig. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation der Publizist in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren immer wieder aufmerksam macht.

(Peter Jamin)


 


 

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2 Kommentare

von Bluearies
27.06.14 12:31 Uhr
Hose

Das mit der Reklamation, kann man sagen, das ging voll in die Hose?

von Peter Jamin
28.06.14 18:23 Uhr
Unterhose

So kann man es sagen ;)

 

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