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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Weg mit dem Mief der Tötungsmaschine „Wehrmacht“ – Lieber Gandhi- oder Edward-Snowden-Kaserne statt Rommel-Kaserne

Bei der Grundreinigung der Bundeswehr von Nazi-Verschmutzungen sollte Verteidigungsministerin von der Leyen auch gleich die Namensschilder von Nazi-Wehrmachts-Schergen wie Rommel von den Kasernentoren entfernen, findet unser Kolumnist Peter Jamin – weg mit dem elenden, bluttriefenden Wehrmachtsmief, denn eine Friedensarmee hat bessere Vorbilder verdient.

Der aktuelle Skandal um die braunen Nazi-Nester in der Bundeswehr sollte Anlass sein, auch volksverdummende Traditionen über Bord zu werfen: Die Verherrlichung von 2. Weltkriegs-Wehrmachts-Geschehen und Sammlungen von Nazi-Militaria oder auch Erinnerungstage wie den „Thementag Zweiter Weltkrieg und Panzerjäger“ im „Deutschen Panzermuseum Munster“ sollten ebenso ganz tief in den Archiven des Bundesarchivs eingemauert werden wie auch die unkritische Berichterstattung in Fernsehsendern wie dem ZDF über Wehrmachts-Brutalo-Aktionen während des 2. Weltkriegs.

Erinnerungen, die keiner braucht

Niemand braucht diese Erinnerungen an die Tötungsmaschine „Wehrmacht“. Die Soldaten waren ein Werkzeug der Nazis und sollte auch diesen Stellenwert in unserer modernen, europäischen-deutschen Gesellschaft erhalten. Denn: Der 2. Weltkrieg und die dadurch resultierenden Millionen Tote waren nur möglich, weil die Wehrmacht ohne Einschränkung mitgemacht hat.

Die alten Wehrmachtsuniformen und Orden und blutgetränkten Filmschnipsel und Kriegsschriften sollten endlich verbannt und gerne auch verbrannt werden.

Wir brauchen keine Helden-Verehrung der Mittäter des Hitler-Systems, an die noch immer so mancher Kasernen-Name erinnert. Hochdekorierte Kampfgefährten von Adolf Hitler, die sich nicht etwa durch Widerstand gegen das Nazi-Regime, sondern durch bedingungslose Treue zum „Führer“ auszeichneten.

Der Name des Nazi-Generals Erwin Rommel beispielsweise verschandelt noch immer einige Kasernentore. Der Generalfeldmarschall und Stiefellecker Hitlers wird von Kriegsveteranen noch immer als Held verehrt, obwohl er auch nichts anderes gemacht hat als den Befehlen des „Führers“ Hitler zu folgen. Selbst auf Facebook findet sich die schlecht schmeckende Rommelade.

Und Wikipedia nennt die Standorte anderer Kasernen.

Gerade erst stellte die Ministerin fest: „Die Wehrmacht hat nichts mit der Bundeswehr gemein.“

So ist es. Und diesen Worten müssen Taten folgen. Nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch im Rest der Gesellschaft. Soldatengräber sind keine Plätze, um über Ruhm und Ehre zu schwadronieren, sondern um über das Versagen einer Demokratie zu sprechen und darüber, wie schnell Generäle ihre Fahnen in den Wind halten und Massenmörder wie Hitler & Co unterstützen, so lange es ihrer Karriere oder dem eigenen Überleben dient.

Gute Namen gibt es in Hülle und Fülle

Zu einer modernen Friedensarmee, die unsere Bundeswehr ja sein soll, passt eher der Name „Gandhi-Kaserne“ als der Name eines vermeintlichen Wehrmachts-Helden.

Es gibt gute Namen, die nicht nur Soldaten zum Nachdenken anregen: Aristoteles, Anne Frank, Nelson Mandela, Willi Brandt, Albert Einstein, Martin Luther King, Dalai Lama oder Günter Grass.

Aber auch eine Charlie-Chaplin-Kaserne (in Erinnerung an den Kinofilm: „Der große Diktator“) oder eine Edward-Snowden-Kaserne sind denkbar – vielleicht hilft letzterer ja dann den neuen Cyber-Soldaten, um die gerade durch die Bundeswehr geworben wird.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...
                      Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

(Peter Jamin)


 


 

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