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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

Wenn der Motor qualmt – Signal zur Carsharing-Wende

Auf der Urlaubsreise ein Pkw-Totalschaden. Unser Kolumnist erlebte den Horror auf der Autobahn, nahm’s mit Humor und macht nun das Beste daraus: eine Carsharing-Karriere.

Manchmal zwingt einen ja das Leben zum Glück. Uns passierte das letzte Woche. Wir fuhren mit meinem Wagen (5er BMW, Baujahr 1995) auf der Bundesautobahn 11 Richtung Stettin, als zunächst ein verdächtiges, leises Klappern zu vernehmen war, dann der Wagen plötzlich langsamer und langsamer wurde und als wir anhielten schließlich dichter Qualm unter der Motorhaube herausschoss.

Ich fuhr auf den Standstreifen und kam genau vor einer gelben Notrufsäule zum Stehen: BAB 11, Kilometer 62,9, Notrufsäule-Nr. 3626 in Fahrtrichtung Kreuz Uckermark.

Meine Begleiterin und ich sprangen aus dem Wagen, schleppten unsere Koffer zehn Meter weit vom Auto entfernt an den Straßenrand, zogen rote Schutzwesten an und beäugten den BMW im Pannen-Modus.

Wir waren ziemlich sicher, dass der Wagen jeden Moment explodieren würde.

Erste Entscheidung: Verzicht auf den Einsatz des Feuerlöschers

Heller Qualm presste sich aus allen Ritzen der Motorhaube, und ich überlegte, ob ich nach dem Feuerlöscher suchen sollte, den ich irgendwann einmal irgendwo im Fahrzeug deponiert hatte. Ich verzichtete darauf.

Stattdessen schlich ich mich vorsichtig am Fahrzeug vorbei zur Notrufsäule und betätigte den Notschalter. Sofort meldete sich eine Stimme und fragte routiniert, was denn passiert sei. Ich berichtete von der Panne und war anschließend guter Hoffnung, dass schon bald die Feuerwehr oder zumindest ein Reparaturservice eintreffen würde.

Frierend im Regen...

Inzwischen regnete es in Strömen, und wir standen sommerlich bekleidet und leicht frierend unter einem Regenschirm hinter der Autobahnabsperrung im matschigen Gras.

Nach knapp einer halben Stunde näherte sich mit Blaulicht ein Polizeiwagen, dessen Besatzung sich nicht besonders für uns und unsere Notlage interessierte, sondern erst mal für die Formalitäten: „Fahrzeugschein und Führerschein.“

Aufklärung durch die Polizei: Der Notruf wurde gehört, aber nicht erhört

Ich war ziemlich überrascht, dass kein Abschleppunternehmen zu uns unterwegs war. Die Polizisten klärten mich auf, dass die Notrufsäule offensichtlich defekt sei und der Mitarbeiter unseren Notruf nicht richtig verstanden habe. Sie selbst wären nicht dafür zuständig uns bei der Suche nach einem Abschleppunternehmen oder einen Pannenservice zu helfen.

So standen wir also weiterhin in strömendem Regen und ich suchte in meinen Wagenpapieren die Nummer meiner Pkw-Schutzbrief-Versicherung.
Als freundliche Geste werte ich es, dass uns die Polizisten schließlich nach einiger Zeit gestatteten, auf der Rückbank ihres Polizeibusses Platz zu nehmen. So wurde aus der „Polizei, Dein Freund und ...“ doch noch ein wenig „Helfer“.

Der Notfall ist da: Jamin kommt auf Gedanken

In solchen Extremsituationen merkt man erst, worüber man sich vorher zu wenig Gedanken gemacht hat: Man muss die Telefonnummer einer Pannenhilfe (der Schutzbrief-Versicherung oder von ADAC, ACE oder anderen Automobil-Verbänden) immer schnell verfügbar in seinem Handy gespeichert haben.

Immerhin erfuhr ich bei dieser Gelegenheit, dass der Pannenservice der Versicherungen nicht nur für die spätere finanzielle Abwicklung eines Schadens, sondern vor allem auch für die aktuelle Hilfe zuständig ist: Abschlepp- oder Pannenhilfe organisieren an welchem Ort man sich auch immer befindet. Nächste Schritte wie Fahrzeugreparatur, Übernachtungen, Taxifahrt, Weiterfahrt oder Mietwagen-Miete gemeinsam mit dem Autofahrer besprechen und planen...

Nebenbei gesagt, der Pkw-Schutzbrief hat sich gelohnt: Kostenfreie Pannenhilfe und Abschleppen des Fahrzeugs, 120 Euro für die erste Nacht im Hotel, 15 Euro für die Taxifahrt von der Werkstatt zum Hotel, 350 Euro für den Mietwagen für die Heimreise oder die Weiterfahrt an den Urlaubsort.

Spätestens wenn man einen Wagen kauft, sollte man sich auch Gedanken darüber machen, wie man reagieren will, wenn man eine Panne auf der Autobahn hat, es außerdem noch stark regnet und sich gleichzeitig unter der Motorhaube ein Flammenherd zu entwickeln droht.


 


 

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Peter Jamin

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